Warum stehe ich morgens auf?

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Dämmerung. Im Hintergrund Bäume, im Vordergrund Wiesen worauf Nebelschleier liegen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir uns über systemrelevante Berufe unterhalten. Es war die Pandemie, die uns dazu bewegt hat. Bei den Diskussionen musste ich immer an die Pfleger:innen denken, die meine Mom im Seniorenheim betreut haben. Oft hatte ich dabei Tränen in den Augen – vor Dankbarkeit.

Ich habe mich seitdem unzählige Male gefragt: Was ist von dem, was ich so tue eigentlich relevant; relevant für mich, relevant für die Gemeinschaft? Und: Was von dem, was ich glaube haben zu müssen, brauche ich wirklich? – Die Antworten erzeugen jedes Mal Zweifel und Unsicherheit.

Natürlich kann ich mir auch beruhigende Antworten zurechtlegen. Aber auch ein Seelen-Make-up verläuft sehr schnell.

Wie komme ich auf diese Fragen? Ich lese zurzeit das Buch „Raus aus der ewigen Dauerkrise: Mit dem Denken von morgen die Probleme von heute lösen“1 von Prof. Dr. Maren Urner2. Spoiler: Ich bin von dem Buch absolut begeistert!

So landen wir bei der einfachen Frage, die wir uns stellen müssen, um zu begreifen, warum jeder bei sich selbst beginnen muss: »Warum stehe ich morgens auf?«3

— Prof. Dr. Maren Urner 2

Maren Urner wirft in dem Zusammenhang noch eine weitere, sehr wichtige Frage auf. Aber statt die Frage zu stellen, erzählt Maren Urner von einem Dialog aus dem Film „Hugo“.4 Auch wenn es mir fast schon weh tut, denn der Dialog verdient wirklich Aufmerksamkeit, verwende ich hier nur einen Wortbeitrag daraus.

»Vielleicht machen mich kaputte Maschinen deshalb so traurig. Sie können nicht mehr tun, wofür wie geschaffen wurden«, erklärt der zwölfjährige Hugo seiner gleichaltrigen Freundin Isabelle. Nach einer Weile fügt er hinzu: »Womöglich ist es mit Menschen genauso. Wenn du deine Bestimmung verlierst, gehst du kaputt.«

Wenn du deine Bestimmung verlierst, gehst du kaputt.

Das ist der Satz, der mich beim Lesen des Kapitels dann wirklich umgehauen hat. Was ist eigentlich meine Bestimmung?

Der bessere Weg, um der Komplexität zu begegnen, ist Transparenz, sodass wir Stück für Stück oder Schritt für Schritt immer wieder kleine komplexe Zusammenhänge verstehen.5

— Prof. Dr. Maren Urner


  1. Siehe www.amazon.de: Raus aus der ewigen Dauerkrise: Mit dem Denken von morgen die Probleme von heute lösen↩︎

  2. Siehe de.wikipedia.org: Maren Urner. „Kennengelernt“ habe ich Maren Urner übrigens über eine Podcastfolge von Jung & Naiv: Neurowissenschaftlerin Maren Urner über politisches Denken – Folge 522. Wenn Euch Tilo Jung noch nichts sagt, dann solltet Ihr Euch unbedingt mal Beiträge von ihm anschauen, beziehungsweise anhören. ↩︎

  3. „Raus aus der ewigen Dauerkrise: Mit dem Denken von morgen die Probleme von heute lösen“, Seite 174. ↩︎

  4. Siehe de.wikipedia.org: Hugo Cabret↩︎

  5. „Raus aus der ewigen Dauerkrise: Mit dem Denken von morgen die Probleme von heute lösen“, Seite 181. ↩︎