Das Mosterholz

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Blick auf ein Dorf. Im Vordergrund ein Weg, links und rechts Felder, hinter dem Dorf Felder und eine Berg mit Wald. Am Himmel viele dunkle Wolken. Dunkle Wolken dräuen finster über Sabbenhausen.

Heute möchte ich Euch ein weiteres Waldgebiet vorstellen. Es ist ein schöner Wald zum Joggen, Wandern und Entspannen. Das Mosterholz1 liegt fast gänzlich in Niedersachen, grenzt aber auf langer Strecke an Nordrhein-Westfalen – genauer: an den Kreis Lippe, noch genauer: an Lügde, den Ort, in dem ich mein „Zelt aufgeschlagen“ habe.

Wenn Ihr Freund:innen von mir fragt, welchen Wald sie mit mir assoziieren, werden sie Euch mit hoher Wahrscheinlichkeit das Mosterholz nennen. Denn das Mosterholz war über 25 Jahre das Jogging-Gebiet meiner Wahl.

Ein Wegekreuz im Wald. Crossroad: links Sabbenhausen, geradeaus Lügde, rechts Baarsen.

Im Netz findet man nicht viel über das Mosterholz. Gleichwohl hat er auch kulturgeschichtliches zu bieten: „Im Sabbenhausen nördlich vorgelagerten Mosterholz (Niedersachsen) befinden sich zahlreiche mittelalterliche Wölbäcker in guter Erhaltung und einige bronzezeitliche Hügelgräber.“2

Hellgrünes Laub auf den Bäumen, dazwischen sind dunkle Wolken zu sehen. Hello, darkness, my old friend.

Was den Wald für mich auch hervorhebt, ist seine Vielfalt an Bäumen – sogar Mammutbäume befinden sich im Angebot. Aber eigentlich denke ich als erstes an die Kastanienbäume im Mosterholz. Denn dort hat uns mein Daddy beigebracht, wie man aus den Zweigen von Kastainenbäumen Flöten bastelt. Ich habe das Lichtjahre nicht mehr gemacht, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich es noch hinbekommen würde.

Ein Teich im Wald. Löschteich im Mosterholz.

Löschteiche wie diesen gab es in meiner Kindheit dort noch nicht – aber natürlich den Bach, der diesen Teich speist. Genauso wie ich sagen kann, welchen Kastanienbaum wir für die geeigneten Flötenzweige angesteuert haben, genauso kann ich noch die Stellen an dem Bach zeigen, an denen uns mein Dad erklärt hat, wie man mit der Hand Fische fängt.

PS: Ich weiß aber auch noch genau, wie ich die erlernten Survival-Kenntnisse meinen Freunden an einem kleinen Fischteich mal demonstriert wollte, dabei das Gleichgewicht verloren und kopfüber in den Teich gefallen bin. Wie ihr seht, das Training mit meinem Dad war nicht ganz erfolglos. Ich habe den Tauchgang überlebt.

Blick über ein Gerstenfeld. Im Hintergrund Berge. Irgendwo da hinten ist Elbrinxen.

Wie lässt sich denn das Mosterholz erschließen? Wer den Wald schnell direkt erreichen möchte, der fährt einfach nach Sabbenhausen und parkt dort auf dem Parkplatz vor dem Friedhof3, wandert der kleinen Straße „Auf der Brede“ ein Stück weit entlang und biegt dann zeitig rechts ab in Richtung Mosterholz (einfach aus dem verlinkten Kartenausschnitt etwas herauszoomen3).

Wer etwas mehr Zeit hat, kann auch vom Parkplatz an der Kilianskirche in Lügde starten. Der „Dallensenweg“ führt direkt auf das Mosterholz zu. Schöner ist jedoch der Weg auf der anderen Seite des Dallensenbaches, direkt am Fuße des Kirchberges entlang. Auch wenn sie ein kleiner Umweg ist, wunderschöne Ausblicke in Richtung Harzberg bietet die Strecke über den „Krähenbrink“.4