Worte sind nur Farbe

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Mit viel Schnitzereien verzierter Torbogen eines alten Fachwerkhauses.

»Wofür ›brennst‹ du?« Das ist eine gute Frage. Ich war daher auch nicht irritiert, als sie mir neulich gestellt wurde. Aus der Antwort lässt sich viel ablesen; zum Beispiel was mir wichtig ist, von welchen Werten ich mich leiten lasse, beziehungsweise lassen möchte, und wie ich mich sehe, aber auch wo ich mich sehe.

Doch meine Worte bleiben, selbst wenn sie noch so überzeugend daherkommen, nur Worte. Interessant wird es erst, wenn nachgehakt wird: »Wann hast du das mit Leben gefüllt? Wo kann ich deine ›Handschrift‹ sehen?«

Worte sind nur Farbe. Erst wenn ich mit ihr male, werden Konturen sichtbar. Und wenn die Farbe mit der meiner Konturen überein stimmt, wenn Worte und Handeln deckungsgleich sind, ist das für mich Authentizität.

Mein Eindruck ist, dass die erste Frage viel häufiger gestellt wird als die zweite: »Wo kann ich ganz klar deine ›Handschrift‹ sehen?« – Schade eigentlich.