Toleranz

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Ein kleiner Turm aus Steinen auf dem Sitzbrett einer Schaukel.

Aus gegebenenen Anlass. Manchmal sind es Unterhaltungen, ein anderes Mal sind es Meinungen, die ich in den Medien aufgeschnappt habe, die mich dazu bringen, hier eine Notiz dazu anzubringen.

Toleranz ist oft notwendig. Aber hat sie auch Grenzen? Wenn ja, wo verlaufen sie?

Haarig wird das Thema zum Beispiel, wenn von Blasphemie die Rede ist. Darf ich über Gott lästern? Ich wüsste zwar gerade nicht warum ich das tun sollte, aber wenn es ein anderer täte, würde ich vermutlich mit den Schultern zucken: »Wenn du das meinst«, und je nachdem hinzufügen: »Ich sehe das anders.« Warum sehe ich hier die Toleranz nicht herausgefordert?

You can’t stop running water. You can’t kill the fire that burns inside.

— Textpassage aus dem Lied „Sons And Daughters“ von The Neville Brothers.

You can’t kill the fire that burns inside. Gott wäre für mich wie ein Feuer, das in mir brennt; für andere nicht greifbar – nicht an-greifbar.

Empfindlicher aber reagiere ich, wenn die Menschenrechte, unsere Grundrechte in Frage gestellt werden. Wer diese Rechte einschränken will oder tatsächlich einschränkt, demjenigen gegenüber kann ich für diese Absicht, beziehungsweise für dieses Handeln keine Toleranz aufbringen. Aber ich toleriere ihn weiterhin als Mensch.

Der Unterschied zum ersten Beispiel ist, unsere Verfassung ist angreifbar.

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.

— Das Toleranz-Paradoxon von Karl Popper.