Pflanzen-Familien

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Die Blüte eines Federbuschstrauches Die Blüte eines Federbuschstauches

Auch Pflanzen haben Familien. Wer zu welcher Familie gehört, ist ihnen häufig sogar anzusehen.

Als ich vergangenen Dienstag wie üblich mit dem Rad zur Arbeit gefahren bin, hörte ich an zwei Stellen der Strecke Amselgesang. Am 7. Januar?! Wer hat euch denn aus dem Bett geworfen?, fragte ich mich mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Aber ich verstehe sie. Ich freue mich auch auf den Frühling. Wenn mein kleiner Garten dann beginnt sein grünes Kleid anzuziehen, werde ich für Zuwachs sorgen. Die Freundin meiner Mom hat mir bereits ein paar Ableger avisiert. Neben diesen Bodendeckern stehen noch ein paar Gräser und ein Federbuschstrauch auf meiner Wunschliste.

Apropos Federbuschstrauch: Neulich wollte ich einer Freundin von meinem Plan erzählen, und mir fiel partout der Name eben jenes Strauches nicht ein. Also begann ich den Strauch zu beschreiben. »Er gehört zur Familie der Zaubernussgewächse.«

»Hamamelis!« »Er gehört dazu. Es ist aber keine Zaubernuss.« Ich war genervt, weil mir der Name nicht auf die Zunge fiel. Also versuchte ich es weiter mit seiner Beschreibung »Er blüht, noch bevor die Blätter vollständig ausgetrieben sind. Die Blüten sind doldenförmig.« Damit habe ich sie offensichtlich verwirrt. Denn Dolden sehen anders aus. Die Blüten des Federbuschstrauches haben eher die Form einer Ähre. Aber wenn etwas daneben geht, dann… Ihr wisst schon.

»Eine Korkspindel!«, riet sie. Ich winkte ab. »Die Korkspindel gehört zur Familie der Spindelbaumgewächse, wie das Pfaffenhütchen.« Nebenbei: Die Blätter einer Korkspindel haben eine wunderschöne, knallrote Herbstfärbung.

»Ein Cornus!« »Nein. Der gehört zur Familie der Hartriegelgewächse. Die Blätter sehen ganz anders aus.« »Habe ich den Strauch auch in meinem Garten?« »Klar!« »Wo steht er?« »Dein Garten ist riesig. Ich weiß nur, dass du den Strauch auch hast. Aber den Standort habe ich nicht auf dem Schirm.« Ich wurde immer ungeduldiger mit mir und leider auch mit meiner Gesprächspartnerin. »Menno, das Laub hat eine superschöne, bunte Herbstfärbung und die Blüten sehen aus wie kleine, bauchige, gelblich-weiße Kerzen.« »Ach, sag das doch gleich! Du meinst einen Federbuschstrauch!«

Dann unterhielten wir uns noch eine Weile darüber, woran sich bei einigen Pflanzen „von weitem“ schon erkennen lässt, zu welcher Familie sie gehören. Die Blätter der Zaubernuss und die des Federbuschstrauches zum Beispiel, sehen sich von der Grundstruktur sehr ähnlich. Nur dass die Blätter des Federbuschstrauches kleiner sind. Aber beide haben sie diese tolle Herbstfärbung.

Die Blätter des Hartriegels dagegen lassen sich an ihrer eigenartigen Blattspreite erkennen. Auffällig bei ihnen ist, dass die Seitenrippen gebogen sind und dann parallel zur Mittelrippe verlaufen. Das ist selbst bei dem Teppich-Hartriegel, einem aparten Bodendecker, so.

Bei den Spindelbaumgewächsen sind es die Äste und Zweige, die ihre Familienzugehörigkeit „verraten“. Besonders gut ist das bei der Korkspindel (Flügelspindel-Strauch) zu sehen. Vor allem die älteren Zweige sind nicht rund, sondern kantig. Das verleiht den Sträuchern auch im Winter, wenn das Laubkleid fehlt, einen ganz besonderen Charakter. Selbst bei den vielfältigen Bodendeckern unter den Spindeln, die übrigens nicht das Laub abwerfen, sind die eigenartigen Zweigformen, wenngleich weit weniger ausgeprägt, zu erkennen.

Update 13.1.2020:

Oben habe ich Euch die Blüte eines Federbuschstrauches eingeklebt. Wenn Ihr Euch die Blüte der Schwester, also der Zaubernuss anschauen möchtet, bitteschön: Zaubernussblüte. Warum diese Zaubernuss auch den Namen „Estherblattlümmelbaum“ trägt, schrub ich hier auf: Es gibt nur einen…