Kann etwas schön und nicht gut sein?

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 2 Minuten

Spinnennetze im Wald Herbstliche Spinnerei

»Schön und gut.« Das klingt wie eine Floskel. Wenn etwas schön ist, dann ist es auch gut. Stimmt das? Immer? Es kommt darauf an.

Hier und da habe ich die Begriffe schon mal miteinander verknüpft: Sie wollen schön, statt gut?, oder: Nicht schön, aber gut. In den Texten versuche ich auch herauszustellen, dass die beiden Begriffe gleichzeitig verwendet dennoch gegensätzlich sein können.

Schön ist Fassade, gut ist Inhalt. Mit Umschreibungen wie dieser versuche ich den Unterschied mitunter auf den Punkt zu bringen. Eine hübsche Fassade erfreut das Auge und damit das Gemüt. Das ist schön! Aber bringt mich das weiter? Löst das Probleme?

Ein Beispiel: Eine Website kann schön anzusehen, aber trotzdem nicht gut sein. Gut finde ich, wenn ich auf der Website schnell die Infos finde die ich suche.

Das bringt mich zu einer weiteren Begriffskombination: inzenieren und gestalten. Eine meiner Kurzbeschreibungen dazu lautet: Inszenieren ist stehen, gestalten ist gehen. Oder mein Taschenlampenbeispiel: Einen Farn nachts im Wald zu beleuchten, sieht schön aus. Aber weiter komme ich, wenn ich mit der Lampe den Weg erhelle. Inszenieren und gestalten sind für mich daher Synonyme für: schön und gut.

Und weil ich hier gerade munter mit Begriffskombinationen jongliere, die meiner Meinung nach eng miteinander verwandt sind, hier noch eine: Egoismus und Altruismus. Inszenieren verbinde ich eher mit Egoismus und auch Narzissmus – gestalten eher mit Altruismus. Stimmt, das habe ich schon mal erwähnt: Inszenieren ist heute Pflicht.

Inszenieren zu wollen hat für mich auch mit dem Bedürfnis nach Macht zu tun. Wohingegen ich das reine Gestalten eher bei der Nächstenliebe verorten würde.

Schön oder gut. Bleibt die Frage, was einem wichtiger ist und worauf man sich dann konzentriert.