Eine Geschichte über die Wiederbelebung von „toten“ Links

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Ein Stadt-Modell von Lügde aus Bronze

Auch als Blogger erlebst du so einiges. Heute aber schreibe ich über eine kleine Geschichte, die mich sehr gefreut hat.

Schon häufiger habe ich davon erzählt, wie wichtig ich das Dokumentieren finde. Die Artikel Hochglanzbroschüre, CD oder Internet? und Warum es sich lohnt, im Netz zeitnah zu dokumentieren gehören zu den ersten Texten, in denen ich mich mit dem Thema beschäftige. Die Bedeutung des Dokumentierens ist mir besonders beim Schreiben des Beitrages Lügde, die Stadt der Zigarren klar geworden. Wenn man so will, war die Beschäftigung mit dem Thema „das Zigarrenzeitalter in Lügde“ der Auslöser für meinen Dokumentations-Spleen.

In den Texten habe ich Videos von Dieter Rüsenberg verlinkt. In einem der Videos sind zwei Lügderinnen dabei zu beobachten, wie sie Zigarren drehen. Das Video beantwortet also sehr anschaulich die Frage: Wie wurden denn damals die Zigarren gedreht? Das ist eine Frage, die klassischerweise in einer Chronik zur heimischen Geschichte beantwortet – dokumentiert – werden sollte.

Wer weiß heute noch, dass Lügde über viele Jahre eine „Hochburg“ der Zigarrenherstellung war? Und wer in Lügde kann heute noch lückenlos erzählen, wie das damals so war, als nahezu jeder Haushalt etwas damit zu tun hatte? Deswegen mag ich Videos wie die von Dieter Rüsenberg, die Details aus dieser Zeit als Informationsquellen für die Generationen die nach uns folgen festhalten.

Dieter Rüsenberg hatte seine Filmbeiträge auf eine regionalen Video-Plattform hochgeladen. Leider ereilte dieser Plattform das Schicksal von vielen lokalen und regionalen Anbietern: Sie hatte keine Chance gegen die großen Platzhirsche, wie in diesem Fall YouTube. Quasi über Nacht wurde die Plattform abgeschaltet und die vielen, schönen Videos aus der Region verschwanden im Nichts. Für die Nutzer:innen der Plattform war das ohne Frage sehr ärgerlich. Und es gab auch Kollateralschäden. Denn die vielen Links auf die Videos, wie zum Beispiel die Links in meinen Artikeln, führten ab diesem Zeitpunkt ins Nirwana.

Doch Dieter Rüsenberg hat sich davon nicht beirren lassen und hat seine Videos unter YouTube eingestellt. Soheit so schön. Aber die Links in meinen Artikeln haben davon nichts mitbekommen. Vor ein paar Tagen jedoch erhielt ich eine E-Mail von Dieter Rüsenberg. Darin informierte er mich, dass und warum er mit seinen Videos „umgezogen“ ist, und dass ich in meinen Beiträgen die Links mit den neuen Adressen wiederbeleben könne. Ich bekam vor Freude Pipi in den Augen. So sollte der Umgang im Netz immer sein.

Selbstverständlich habe ich die Links sofort repariert. Dabei stellt ich fest: Ich habe hier noch ein Video über das Klöppeln verdrahtet. Auch das Klöppel-Handwerk stand in Lügde lange Zeit hoch im Kurs. Doch im YouTube-Kanal von Dieter Rüsenberg konnte ich das Video nicht finden. Ich fragte ihn. Kurze Zeit schrieb er mir zurück. Er habe das Video eben hochgeladen. Beim Museumsfest 2002, also vor 18 Jahren, habe er es in der „Guten Stube“ des Heimatmuseums aufgenommen. Leider seien die Lichtverhältnisse dort nicht so gut gewesen. Ich war begeistert. Und ich bin es noch. Denn so ein Video zu erstellen, zu bearbeiten und hochzuladen ist eine Menge Arbeit.

Ihr wollt Euch gern mal auf dem YouTube-Kanal von Dieter Rüsenberg umsehen? Kein Problem, dann bitte hier entlang …