Wir schreiben auf Treppenlifter

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Eine alte blecherne Rechenmaschine

Erinnert Ihr Euch noch an die Zeiten vor dem Personal Computer? Wann hattet Ihr den ersten, eigenen PC? Was habt Ihr damit gemacht?

Ihr merkt schon, heute werfe ich einen Blick in die Vergangenheit. Auslöser ist ein Artikel, den mir mein RSS-Nachrichtenticker gestern in den Briefkasten gesteckt hat: Eine kleine Geschichte der Textverarbeitung. Mir kam dabei das Bild in den Kopf, welches ich im vorhergehenden Artikel aufgehängt habe: die Schreibemaschine aus der Eisenzeit. Das Teil ist ein Relikt aus der Jugendzeit meines Vaters. Aber, ich habe damit tätsächlich meine ersten Gehversuche auf einer Tastatur gemacht.

Holla, ist der alt!, werden sich vielleicht einige Leser:innen denken. Ja, das habe ich auch schon bemerkt. Und falls Ihr daraus jetzt schließt, der trauert dieser Zeit nach, dann kann ich Euch trösten: mitnichten. Ich mag mein kleines, buntes Notbook – besonders die Tastatur. Denn im Vergleich zu den Tastaturen der Eisenzeit-Tipp-Maschinen, schreiben wir heute alle auf Treppenlifter.

Alter, da gibt es aber noch reichlich weitere Vorteile, die unsere heutige Technik im Vergleich zu einer Schreibemaschine aus dem Oberen Trias hat. Ja doch! Aber was ich dennoch immer wieder behaupte ist: Wenn ich einen guten Text schreiben will, nutzt mir der Schnickschnack den mir eine Textverarbeitung bietet wenig bis gar nix. Denn auch bei einem Text gilt zuförderst: auf den Inhalt kommt es an. Außerdem: Word ist nicht die World!

Nebenbei, trotz der wenigen Möglichkeiten, Texte ordentlich formatieren konntest du auch mit den stufigen Blechmaschinen. Mein damaliger Cheffe war darin perfekt.

Mit meinem Notbook kann ich sogar rechnen. (Ihr, mit Euren auch? Toll!) Das war mit den Schreibemaschinen aus meiner Jugendstilzeit nicht möglich. Dafür gab es Rechenmaschinen wie das Schätzchen oben auf dem Foto. Einige Lichtjahre später gab es dann Modelle mit Additionsrollen. Damit war es dann möglich nachzuvollziehen, ob die Zahlen und Formeln mit denen die Rechenmaschinen gefüttert wurden auch korrekt waren. Die totale Kontrolle auf Papier. Habt Ihr Euch auch mal gefragt, warum die Additionsrollen Additionsrollen heißen? Warum heißen sie nicht Subtraktionsrollen? Solchen Fragen bin ich auch schon mal erfolglos nachgegangen.

Notabene und weil wir doch so gern über Nachhaltigkeit schwätzen: Sowohl mit der Schreibe- als auch mit der Rechenmaschine aus der Eisenzeit kann ich heute noch arbeiten. Sie brauchen keinen Strom und keine Batterien. Ferner sind sie absolut resistent gegen Viren und werden garantiert nicht gehackt. Falls ihr also mal nach Alternaiven sucht …

PS: Ja Ihr Lieben, ich weiß: Notbook schreibt man mit „e“. Ich finde aber, so ein Notbook hat auch was mit Not zu tun. Und die übrigen Schreibefehler könnt Ihr behalten. Ich schreibe meine Texte nämlich nicht mit einem Textverarbeitungsprogramm mit eingebauter Rechtschreibeprüfung und so. Zum Schreiben benutze ich Texteditoren. Warum? Weil sie schlank und schnell sind. So wie ich. ;-)