Will you be there?

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 2 Minuten

Ein Kreuz aus Stein, darauf der Text: Die Liebe höret nimmer auf! „Die Liebe höret nimmer auf!“

Kürzlich schrieb ich für jemanden einen Text zum Thema Hospizbewegung. Den Text betitelte ich so wie diesen, also so wie das Lied von Michael Jackson: „Will you be there?“. „In meiner dunkelsten Stunde, in meiner größten Verzweiflung – wirst du da sein?“, lautet sinngemäß eine Passage aus dem Liedtext. Mein Zwischenfazit in dem Beitrag lautete: Brauchte es Hospizvereine, wenn wir alle die Frage mit „Ja“ beantworten könnten?

Ich fragte weiter: Ist die Sterbebegleitung nicht Nächstenliebe in einer ihrer reinsten Formen? Und wenn das so ist, was sagt das über Menschen aus die über Sterbehilfe sagen: »Ich könnte das nicht«?

Eine Frage habe ich in dem Text nicht ausgeführt, und um die geht es mir hier …

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

– Artikel 1, Absatz 1, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.

Brauchten wir noch Hospizvereine, wenn die staatliche Gewalt dieser Verpflichtung nachkommen würde? »Da gehst du zu weit. Das kannst du nicht auch noch vom Staat verlangen«, meinte eine Freundin, mit der ich mich darüber kurz unterhielt. Das ist wohl wahr dachte ich zunächst, konnte die Geschichte aber nicht abhaken. Was ist mit den Tafeln? Warum braucht es solcher Hilfsorganisationen in einem Land, welches ganz sicher nicht zu den ärmsten zählt?

Nun könnte man, zugegeben sehr leichtsinnig, argumentieren: Die Grundrechte sind unsere hehren Werte, darauf arbeiten wir hin. Aber wie jeder von uns, ist auch der Staat nicht unfehlbar. Manchmal klappt das nicht. So ein Portemonnaie ist auch schnell mal vorher leer. – Was werden uns die Menschen die auf diese ehrenamtlichen Hilfen angewiesen dazu wohl sagen?

Warum ist unser Staat so wie er ist? Was ist dem Staat uns denn wichtiger?

Will you be there?