Nicht das Anfangen, das Durchhalten wird belohnt

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Eine Bronceplastik: Ein Frosch in einem Eimer in dem Wasser fließt Wasch mich! Aber mach mich nicht nass!

»Wir möchten ins Internet!« »Ich möchte eine Website!« Wünsche dieser Art werden regelmäßig an mich herangetragen; von rührigen Vereinen, engagierten Einzelpersonen und so weiter. Ich finde das klasse. Tue Gutes und schreibe darüber. Wobei man heute eher sagen müsste: Tue Gutes und drehe ein Video davon.

Vor ein paar vielen Jahren noch hätte ich begeistert losgelegt, und schon mal den Rohbau einer Website zusammengedengelt. Eine Navigation, ein paar leere Seiten und so weiter. Und dann hätte ich gewartet. Und gewartet … auf Inhalte; auf Texte, Fotos und so weiter.

Das ist so, als würde man einen Schrank bauen ohne zu wissen wofür. Soll das ein Kleider-, Küchen-, Schlafzimmer- oder Werkzeugschrank werden? Also habe ich mir angewöhnt zu anworten: Gib mir mal alles, was Du an Texten, Fotos und dergleichen schon hast. Und dann erzähle mir mal in Ruhe und möglichst detailliert, wie Du gedenkst Dein Webangebot weiter interessant zu gestalten. Also so, dass Deine Kunden regelmäßig wieder dort hineinschauen.

In dem Zusammenhang bringe ich oft das Beispiel vom Fitness-Studio. Viele Leute entscheiden sich: Ich will jetzt abnehmen und buchen sich im Muskel-Tempel ein Abonnement. Aber: Aus der anfänglichen Euphorie ist bei vielen Menschen nach drei, vier Monaten die Luft raus.

Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.

Katharina von Siena

So ist das auch bei Webangeboten. Wenn Du nicht am Ball bleibst, wirst Du ausgewechselt – dann besucht Deine Website niemand mehr; sie verkommt bestenfalls zu einer digitalen Vistenkarte.

Schon lange baue ich keine Websites mehr. Ich schraube gern an ihnen herum, und noch viel lieber betanke ich sie mit guten Sachen. Offensichtlich scheint das bei einigen Mitmenschen den Eindruck zu hinterlassen, ich sei so etwas wie ein Zeitungsredakteur. Ganz falsch ist das nicht. Vielleicht bin ich so eine Art Online-Redakteur. Aber ich mag die Bezeichnung nicht. Ich bin Blogger.

Doch zwischen den klassischen Medien wie Zeitungen und Webangeboten gibt es einen Unterschied; einen großen sogar: Internet darf jeder, Zeitung betanken nur ein erlauchter Kreis von Menschen. Nämlich die, die dafür arbeiten. Üblicherweise hetze ich also nicht von Veranstaltung zu Veranstaltung und schreibe darüber. Ich bin kein bezahlter Chronist.

Mir liegt daran, die Vorteile des Internets gegenüber dem Totholzgewerbe zu propagieren. Ich möchte lieber wie der Fitnesstrainer im Muskel-Tempel sein. Ich helfe gern, engagierte Vereine und Einzelpersonen fit für das Internet zu machen. Aber trainieren und durchhalten müssen die Mitmenschen schon selbst.

Es gibt sicherlich viele Leute, die ihre Website wie auch die Inhalte von Dritten bauen lassen. Sie steuern ein paar Basisinfos dazu und das war’s. Das kann man so machen. Das hat aber einen Haken. Wer nicht „höchstpersönlich“ regelmäßig Inhalte für das Netz erzeugt, kann nicht die Leistungen derjenigen wertschätzen, die dort die substanziellen Texte und Videos einstellen.

Wie gesagt: Das Internet hat viele Vorteile gegenüber den klassischen, alten Medien. Aber: Wenn ich im Netz selbst aktiv werden will kommt viel Arbeit auf mich zu, das heißt, ich werde dafür viel Zeit investieren müssen und je nachdem auch Geld. Geld? Ja, Geld. Ich bezahle nicht wenig Geld dafür, dass es diese Seite gibt. Für meine Leserinnen und Leser hat das den Vorteil, dass sie ohne Zugangsdaten hier stöbern können. Und: soheit.de ist keine Datenkrake.