Hört auf und fangt an!

Dies ist eine Fortsetzung des Artikels: „Volksparteien“ in Erklärungsnot. Die „Volksparteien“ machen sich gerade „nackig“, und es sieht schlimmer aus als ich dachte.
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Eigentlich kann man zu diesem Thema aktuelle gar keine Blogpostings schreiben. Denn während man schreibt und dann online stellt, blamiert sich gleich der nächste CDU’ler.

— Thomas Knüwer 1

Es ist zum Haareraufen. Was die beiden „Volksparteien“ jetzt nach der Europawahl absondern offenbart Dinge … Ich bin fassungslos! Ich komme mit dem „Verdauen“ der von ihnen stroboskopartig abgefeuerten „Ideen zur Aufarbeitung“ ihrer Wahlniederlagen nicht mit.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist empört, weil plötzlich jeder seine Meinung sagen darf, ohne die CDU zu fragen.

— Marvin Strathmann 2

Ich hatte immer das Gefühl, dass es den meisten Politikern primär nicht um uns und unsere Lebensgrundlage, sondern um ihren Machterhalt geht. Für mich hat sich in der vergangenen Woche abgezeichnet – das ist nicht nur ein Gefühl.

Wenn die #Erstwähler mal ihr eigenes Geld verdienen und selber spüren wer das alles bezahlen muss sieht die #Wahl vielleicht auch wieder anders aus. Ich bin sicher, dass schlussendlich die #Vernunft siegt. Also mal abwarten….

— Thomas Bareiß 3

Ich glaube, abwarten ist jetzt keine Option mehr …

AKK denkt in Kategorien der Macht, nicht in denen von für die Menschen oder den Planeten sinnvoller oder sinnloser Politik.

— www.ruhrbarone.de 4

Macht ist eine Droge. Wer damit nicht umgehen kann, den korrumpiert sie.

„Tatsächlich besteht AKK ausschließlich aus Ellenbogen, und die meisten von ihnen sind direkt nach unten gerichtet.“ Ehrlich gesagt bester Text den ich je über sie gelesen hab, von @leogfischer

— Margarete Stokowski 5

Nebenbei: Auch wenn die CDU sich offensichtlich besonders schwer tut mit ihrem Spiegelbild, was ihnen jetzt dieses komische Ding namens Internet vorhält – die SPD ist nicht besser.

Wie machen das Solzialdemokratïnnen und Symphatisantïnnen eigentlich, so zu tun, als sei ihre Partei nicht seit Jahren an der Regierung beteiligt? So mental?

— Enno Park 6

Statt sich einsichtig zu zeigen, statt die Themen „Klimaschutz“, „Grundrechte gewährleisten“, „Zukunftsgestaltung, Digitalisierung unter dem Aspekt von Umwelt und Klima“, „klimaschützende Verkehrspolitik“ und so weiter jetzt gezielt anzugehen – machen sie was?

Annegret Kramp-Karrenbauer (@AKK) lässt ihre @CDU auf der Klausur am Wochenende nicht über Klimapolitik, aber über “asymmetrische Wahlkampfführung” (also Netzkampagnen+Youtuber) sprechen. Funfact: Die Einladung erreichte die Vorstandsmitglieder gerade per Fax. Quelle: @welt

— Robin Alexander 7

Himmel hilf! Das sagt doch jetzt alles, oder?

Mit „Grundrechte gewährleisten“ meine ich übrigens so etwas …

CDU-Fraktionschef Burkard Dregger nannte das Ergebnis der Union unbefriedigend. Kritisch äußerte sich Dregger zu den Grünen: “Den Grünen ist das Geschäft mit der Angst am besten gelungen. Sie haben die Angst vor dem Klimawandel in Zustimmung ummünzen können”, erklärte er. “Diese Ängste haben gerade im Endspurt des Wahlkampfes die Ängste vor Terror und Kriminalität übertroffen.”

— www.rbb24.de 8

Dazu Fefe:

Nur falls euch mal wieder ein Innenminister ins Gesicht lügt, es ginge um die Sicherheit und wir bräuchten eine Verschärfung.

— blog.fefe.de 9

Liebe „Volksparteien“, wir wollen keinen Überwachungsstaat!

Das alles steht symbolisch und programmatisch perfekt für das Digital-Oeuvre der Union und ihres SPD-Anhängsels. Es gibt keine einzige relevante Digitalregulierung der Großen Koalition der letzten 15 Jahre, die einfach gut funktioniert hätte. […] Was der Bund im Digitalen anfasst, wird zu Stuhl.

— Sascha Lobo 10

Ich wage mich mal noch weiter vor: Was der Bund in Sachen Klimaschutz angefasst hat, war bislang auch nur Stuhl.

Liebe Politiker-/innen, fangt doch einfach mal damit an, die Realtität zu akzeptieren: Das Klima fällt uns bald auf den Kopf und die Jugend, viele Wissenschaftler und auch etliche ältere Leute wie ich wollen was anderes als Ihr.

Danach fragt Euch mal: Was würdet Ihr machen wenn sich jemand anschickt, Euch am ausgestreckten Arm herablassend lächelnd verhungern zu lassen? Versucht doch mal, wirklich ernsthaft, auf Augenhöhe mit uns, Euren Mitmenschen zu sprechen.

Und wenn Ihr mal von etwas keine Ahnung habt, das ist nicht schlimm. Dann hört doch bitte mal auf die, die davon etwas verstehen. Beispiel: Digitalisierung. Fragt die Experten; Wissenschafler sowieso, auch Routiniers, selbst wenn sie Eure Kinder sein könnten oder es sogar sind.

Und noch was:

Ich möchte aber nicht alle Jubeljahre ein paar Wochen lang umgarnt und mit allen möglichen Versprechungen geködert werden. Ich beurteile Parteien danach, wie sie meine persönlichen Interessen nicht nur in der letzten Wahlperiode, sondern in den letzten mindestens zehn Jahren vertreten haben – oder auch nicht, was leider viel öfter der Fall ist. Spart euch das teure Wahlkampf-Feuerwerk, nutzt das Geld besser dafür, meine Interessen wahrzunehmen. Denn dafür bekommt ihr meine Stimme, beziehungsweise ganz ganz viele Parteien eben nicht.

— Mirko Dölle 11

Auf der Hauptstraße, die hier zwei Orte verbindet, hing gestern noch an jedem Laternenpfahl ein Wahlplakat von einer CDU-Kandidatin für die Europawahl. Hört auf mit dem Müll! Und ich brauche auch keine Flyer mit eingekürzten Versprechungen und Forderungen! Macht stattdessen bitte das, worum ich schon so oft gebeten habe: Informiert zeitnah, umfassend und verständlich auf Euren Websites.