Tablet oder Notebook?

Habt Ihr das auch gelesen? Angeblich werden immer weniger Tablets verkauft. 2014 hat es bereits Artikel mit solchen Aussagen gegeben. Wenn das so weiter geht, schreiben wir demnächst wieder mit mechanischen Schreibemaschinen. Und das, wo doch die Digitalisierung der neue heiße … Egal.

Also mich wundert dieser Trend nicht. Aber ich bin auch schon alt. Und daher habe ich meinen persönlichen „Erfahrungen“ bislang auch keine Bedeutung beigemessen.

2012 war die Inkubationszeit bei mir passé. Ich musste mir ein Tablet kaufen. Doch bezahlt gemacht, hat sich das Tablet nicht. Es blieb immer nur ein Spielzeug.

2015 leistet ich mir mein erstes Smartphone. Und es dampft immer noch. Es ist mein meistgenutztes Werkzeug geworden. Klar, auch mit dem Smartphone daddele ich oft nur herum. Aber es ist eben auch ein Werkzeug was ich immer an Bord habe1.

Ob das Smartphone für mich mehr Werk- oder mehr Spielzeug ist, ist auch eine spannende Frage der ich gelegentlich mal nachgehen werde. Denn so einfach zu beantworten finde ich die Frage nicht. Denn es kommt ja sehr darauf an, wie man die Dinge bewertet. Sind WetterApps oder sind Nachrichtenstränge via TwitterApp Werkzeuge?

Trotzdem: Smartphone gleich Werkzeug. Auch. – Mit einer. Großen. Einschränkung. Und hier schlägt mein Alter und meine leider sehr eingeschränkte Feinmotorik mit aller Härte zu. Auf den Punkt gebracht: Wischen, sehen, lesen, hören, sprechen – alles prima. Aber wenn ich in das Teil auch nur drei Worte tippen soll, steigt mein Adrenalinspiegel bereits bedenklich an.

Für das Schreiben brauche ich eine Tastatur! Ich habe zehn Finger, und die wollen zum Einsatz kommen! So! – Nun gibt es ja auch Tastaturen für ein Tablet. Ja, richtig. Aber das ist für mich nicht das gleiche wie eine Tastatur an einer Workstation oder einem Notebook. Die Tablet-Tastaturen sind schon ein Kompromiss, aber ein schlechter. Kurzum: Für das richtige Arbeiten brauche ich eine richtige Tastatur.

Soweit zu meiner „Erfahrung“. Und wie gesagt: ich bin alt.

Nun ist ja immer wieder von dem Wunsch und der Forderung zu lesen, dass alle Schüler/-innen ein iPad haben sollten, müssen. Wegen der Digitalisierung und so. Ich habe das nie weiter hinterfragt. Wenn ich zu doof bin mit den Tablets Texte, gern auch längere zu schreiben, dann – siehe oben.

Neulich war ich mit einem jungen, sympathischen IT-Experten unterwegs. Er könnte mein jüngster Sohn sein, wie Leute in meinem Alter gern sagen. Irgendwann sind wir auf das Thema „jedem Schüler sein iPad“ zu sprechen gekommen. »Ich halte davon nichts«, meinte er, ohne dass ich ihn vorher mit meiner Erfahrung belästigt hatte. »Auch wenn sie mehr programmieren sollen, was ja auch immer wieder gefordert wird, dann geht doch nichts über eine Tastatur.«

Ich war verblüfft. Also begann ich, eine kleine Umfrage zu starten: Wofür nutzt du das Notebook2, das Tablet und das Smartphone? Womit schreibst du längere Texte? Die Leutchens die ich fragte, waren alle viel jünger als ich. Und alle antworteten sie, für die Tipparbeit würden sie ein Notebook nutzen. Einige von ihnen haben die gleiche „Entwicklung“ wie ich durchgemacht. Das Tablet blieb für sie Spielzeug.

Wie das mit Spielzeugen oft so ist: Irgendwann sind sie nicht mehr interessant. Vor diesem Hintergrund wird nachvollziehbarer, weshalb weniger Tablets verkauft werden. Doch ist das wirklich der Grund? Ich weiß es nicht.

Dennoch frage ich mich: Macht die Forderung nach Tablets für alle Schüler/-innen wirklich Sinn? Wären Notebooks nicht die bessere Alternaive?

PS: Ergibt das Foto über diesen Text einen Sinn? Nicht wirklich. Ist aber schön. Finde ich.


  1. „[…] immer an Bord habe“ Und an dieser Stelle wird deutlich, dass die Größe den Unterschied macht. Mit einem Tablet kann ich grundsätzlich die gleichen Dinge machen wie mit dem Smartphone. Aber das Tablet passt nicht in eine Jacken- oder Hosentasche. [return]
  2. Oder die Workstation. [return]