Irgendwas mit Siegel

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Einweg-Coffee-to-go-Becher

Das mir von „freundlichen“ Mitmenschen regelmäßig „Geschenke zugesteckt“ werden, habe ich hier an und ab schon mal erwähnt. Neulich war es der leere Kaffee-to-go-Becher da oben auf dem Foto, der vor dem Bordstein in der Regenrinne lag. Was den Becher auszeichnet ist sein Nachhaltigkeitssiegel.

Neben den Siegeln des Fairen Handels gibt es auch sogenannte Nachhaltigkeitssiegel. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf ökonomische und ökologische Verbesserungen des Anbaus, auf die Verarbeitung und den Handel von Nahrungsmitteln. Sie sind jedoch keine Standards oder Systeme des Fairen Handels. Zu diesen Siegeln zählen zum Beispiel Rainforest Alliance oder UTZ.

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Der „Beipackzettel“ auf dem Kaffeebecher behauptet auch nichts anderes. Demnach bezieht sich die Nachhaltigkeit auf die Bohnen für den Kaffee, den der Becher offensichtlich mal beinhaltete. Der Becher selbst ist weniger nachhaltig – ein Einweg-Coffee-to-go-Becher halt.

Das ist doch auch blöd. Da will man was Gutes tun und kauft irgendwas mit Siegel – und das. Das ist, leider, mindestens inkonsequent. Denn es gibt ja Mehrweg-Coffee-to-go-Becher. Wenn ich den allerdings nicht mit Fairtrade-Kaffee sondern mit irgendeinen Kaffee betanke, dann ist das auch …

Nun ja. Doch auch der Mehrweg-Coffee-to-go-Becher hat oft nicht mehr Wirkung als ein Globuli im Nildelta …

Das Bio-Plastik für den Kaffee-To-Go wiegt nicht einmal ansatzweise den letzten Urlaubsflug auf. Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach. Wir haben uns daran gewöhnt, eine Katastrophe zu sein. […] 150 Jahre nach Beginn der Industrialisierung führt sich der Mensch immer noch auf, wie ein Teenager bei einer Abrissparty. Ein Morgen danach ist nicht vorgesehen. Das ist nicht nur irrational. Es ist dumm.

—Katharina Nocun, kattascha.de: Heisszeit, 8.8.2018