Ich kann sie nicht ernst nehmen

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Gräber auf einem Friedhof

Ich kann Leute die sich empören nicht ernst nehmen, wenn sie Teil des Problems sind über das sie sich ereifern. Wenn ich mich richtig erinnere, fiel dieser Satz so oder ähnlich vergangene Woche im Presseclub1.

Ich kann Leute nicht ernst nehmen die über Politiker meckern die nichts gegen den Klimawandel tun, dann aber stoisch regelmäßig mit dem SUV eineinhalb Kilomenter zum Bäcker fahren, um dort drei Brötchen für ihr Sonntagsfrühstück zu holen.

Ich kann Leute nicht ernst nehmen die über die Hitze jammern und mehrmals im Jahr mit dem Flieger in den Urlaub flattern. – Oder einer meiner Klassiker2: Ich kann Leute nicht ernst nehmen die sich über Hochwasser lautstark echauffieren, aber Flächen versiegeln, weils bequemer ist als Grün zu pflegen.

Der Planet brennt, Bienen finden nichts mehr zu fressen. Egal, lasst uns unsere Häuser komplett zupflastern und zuschottern!

— Dietmar Oeliger, twitter.com/DOeliger

Sorry, aber solche Leute kann ich nicht ernst nehmen. Immer wieder begegnet mir so was. Kann ich Leute ernst nehmen, die jedem Schnäppchen ohne nachzudenken hinterherrennen? Nö.

Werbung gerade: “Kleid für 7,99 Euro!” Ich würde noch als Jingle aufnehmen: “Für Kinder von Kindern!”

— Prof. Dr. Gunter Dueck, twitter.com/wilddueck

Und Politiker zu bashen ist ja en vogue. Schließlich sind Politiker immer und überall verantwortlich. So eine Message höre ich in vielen Diskussionen. Ich kann aber keine Leute ernst nehmen die Politiker dissen, wenn es sich um Themen handelt bei denen jeder mithelfen kann das Problem zu beseitigen, die Leute sich aber selbst nicht in der Pflicht sehen.

Aber ich kann auch keine Politiker ernst nehmen die Entscheidungen treffen, an die sie sich dann selbst nicht halten. Ich glaube schon, dass Politiker Vorbild sein sollten – doch wenn sie es nicht sind, und stattdessen auch nur meckern, bashen, dissen oder gar hetzen …

Falls Ihr Euch fragt, was denn das Intro-Foto soll. Das habe ich gestern aufgenommen. Wobei ich an diesen Tweet dachte:

Vielleicht ist die Verschotterung der Vorgärten auch Zeichen der Vorbereitung auf den Tod, denn immer mehr Gräber sehen mittlerweile so aus:

— Dietmar Oeliger, twitter.com/DOeliger

Und ich dachte an die vielen Artikel, die ich darüber schon geschrieben habe.


  1. Presseclub vom 5.8.2018, Thema: „Debattenkultur im Zeitalter der kollektiven Erregung: Lasst uns trefflich streiten.“ [return]
  2. Jüngstes Beispiel: Grau darf nicht das neue Grün werden! [return]