Glockenläuten für den Frieden

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Ein Stück Weidezaun

Wenn alles klappt, werden am 21. September europaweit alle Glocken läuten. Der 21. September ist seit 1981 der „Internationale Tag des Friedens“ der Vereinten Nationen (UNO). Mit dem Glockenläuten soll an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und an den Ausbruch und das Ende des 30-jährigen Krieges erinnert werden, heißt es in dieser Mitteilung1. Soheit so gut.

Und was gab es sonst noch in der zurückliegenden Woche zu lesen? www.zeit.de: Rüstungsexporte in Krisengebiete laut Bericht so hoch wie nie, www.tagesschau.de: Deutsche Rüstungsgüter: Exporte in Spannungsgebiete auf Rekordhoch, www.spiegel.de: GroKo genehmigte mehr Waffenlieferungen als Schwarz-Gelb, und so weiter.

„Gut, dass es deutsche Waffenhersteller gibt!“, schreibt Der Postillon am Mittwoch. Und aus der HeuteShow-Redaktion heißt es:

2017 gingen mehr deutsche Waffenlieferungen in Krisengebiete als je zuvor. Genial, so nach dem Motto: Wenn alle tot sind, muss niemand mehr flüchten?

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Ihr findet das makaber? Am Donnerstag stellte die Kulturzeit-Redation das Buch von Simone Schlindwein und Christian Jakob vor. Der Titel des Buches lautet: Diktatoren als Türsteher Europas. Um Migration aus Afrika zu verhindern, soll vor allem den Transitländern gezielt geholfen werden …

Ich habe versucht, einen Teil der Sendung zu transkribieren. Zunächst eine Passage zur europäisch-afrikanischen Geschichte:

Jahrhunderte lang traten die Europäer in Afrika als Herrenmenschen auf, beuteten den Kontinent aus, begingen unvorstellbare Verbrechen. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die meisten Europa davon überzeugt, dass Afrikaner keine gleichwertigen Menschen sind.

Das wirft kein gutes Licht auf uns Europäer. Aber nun wollen wir Afrika, besonders den Transitländern ja helfen, heißt es auch aus den Reihen der Politiker*innen immer wieder …

Durch Niger führt die Hauptroute der Migranten durch die Sahara. Auf Drängen der EU stationierte die Nigrische Armee Einheiten gezielt an den Wasserstellen um die Flüchtlinge zu stoppen. Die Konvois wichen daraufhin auf andere Routen aus, ohne Wasserstellen. Viele Menschen verdursteten. Überwacht werden die Flüchtlingstransporte 4.000 Kilometer nördlich, in Warschau. Ein Satellit über der Sahara schickt die Daten an die Zentrale von Frontex. Von dort gehen sie dann an die Nigrische Armee. So schützt Europa seine Grenzen im Herzen Afrikas.

— Aus dem ersten Beitrag der Kulturzeit-Sendung vom 25.1.2018 – zur Vorstellung des Buches „Diktatoren als Türsteher Europas“.

„Friede sei ihr erst Geläute“ – Europaweites Glockenläuten zum Internationalen Friedenstag am 21. September im Europäischen Kulturerbejahr 2018 …


  1. Hier ein PDF dazu: „Friede sei ihr erst Geläute“ – Europaweites Glockenläuten zum Internationalen Friedenstag am 21. September im Europäischen Kulturerbejahr 2018 [return]