Der letzte Mohikaner

Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Land. Ich bin froh, dass ich diesem „Propheten“ trotzdem gefolgt bin. Sonst wäre hier nichts zu sehen.
  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 2 Minuten

Ein T-Shirt mit der Aufschrift Lippeblogger Federschmuck

»Was steht da auf deinem Shirt? Ah! Lippeblogger.« Den Satz habe ich gestern häufiger gehört. Interessanterweise hat mich niemand auf der Party gefragt, was das denn ist, ein Lippeblogger.

Das T-Shirt ist eine Reminiszenz an ein Wegangebot, dass es heute leider nicht mehr gibt. Kaum zu glauben, dachte ich als ich mir das Shirt gestern über den Kopf zog: das ist nun schon zehn Jahre alt.

Vor zehn Jahren redeten nur „Außerirdische“ von der Digitalisierung. Und die meisten Leute taten die Außerirdischen als Spinner ab. Doch schon lange davor hatte der „Oberspinner“ von uns angemerkt: Die Welt wird nie wieder anlaog. Besagtes Webangebot stammte aus seiner Feder und es war seiner Zeit weit, weit voraus. Bis heute habe ich nichts vergleichbares im Netz gefunden. Die Ideen die dahinter stecken, die Möglichkeiten die das Angebot eröffnete, waren faszinierend.

Und warum gibt es das Angebot nicht mehr? Versetzt Euch mal in die Zeit, als die Menschen noch mit Pferden zum Einkaufen „gefahren“ sind. Und dann kommt da jemand mit einem Auto um die Kurve. Auch Autos wurden damals nur müde belächelt – oder verpönt. Und jetzt stellt Euch mal vor, jenes Auto welches da um die Kurve kommt, fährt autonom. Da sitzt du nun auf deinem Pferd und denkst: »Öhm …«

Die kurze Antwort lautet: Ich denke, die Leute hier in der Region waren damals noch nicht so weit. Ob sie heute so weit wären die Möglichkeiten eines solchen Angebotes für sich und ihre Mitmenschen zu nutzen? Ich habe da so meine Zweifel.

Wie auch immer, für mich ist das T-Shirt wie der Federschmuck des letzten Mohikaners. Ich war gern Lippeblogger. Und in gewisser Weise bin ich es ja noch heute.