Warum ich bei den Themen Breitbandausbau und Digitalisierung an ein Murmeltier denken muss

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Was mich derzeit so richtig nervt, sind die Leute, denen es jahrelang nicht aufgefallen ist, dass wir uns schon lange im Zeitalter der Digitalisierung befinden, die dabei noch die überheblich belächelt haben, die sich nicht der Digititalisierung verweigerten – aber jetzt entsetzt rumtröten: »Warum geht das alles so langsam? Warum sind wir nicht weiter?« Antwort: Packt Euch mal an Eure Triefnasen!

Und die tuten jetzt lautstark rum, so, als hätten sie den Breitbandausbau und die Digitalsierung schon immer gefordert. Selbstverständlich haben sie auch die Digitalkompetenz und wissen wie der Hase laufen muss: Nein, selbstfahrende Autos brauchen kein 5G – die Politik aber endlich Digitalkompetenz, (www.indiskretionehrensache.de, 16.11.2018).

Aber wir haben ja das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik …

Das BSI möchte gerne Ampeln wie im Lebensmittelregal im Supermarkt auch bei Routern anbringen. Grün für “ist sicher” oder so. […] Die Verbraucherzentralen hatten übrigens kostenfreie Sicherheitsupdates für die gesamte tatsächliche Nutzungsdauer digitaler Produkte gefordert. Daraus ist natürlich nichts geworden. Wir machen hier schließlich Wirtschaftsförderung und in der Politik geht es um Arbeitsplätze.

blog.fefe.de, 16.11.2018

Stichwort Breitbandausbau: Wenn ich mir all die Äußerungen und Ankündigungen der Politik und der Internetanbieter anschaue, und das den bisherigen Ergebnissen, also den bisherigen „Erfolgen“ gegenüberstelle, habe ich das Gefühl, dass da ein erhebliches Ungleichgewicht besteht. Warum ist das so?

[…] Verwaltung total online und Breitband für jeden - das hat sich die Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben. Auf Klausuren des Bundeskabinetts, Digitalgipfeln und zahlreichen Konferenzen werden immer neue regierungsamtliche Parolen dazu formuliert.

Aber:

Der Breitbandausbau in den Kommunen tritt auf der Stelle. Oftmals blockiere die Deutsche Telekom. […] Er bemängelt, dass zu viele Sonntagsreden in Sachen Digitalisierung gehalten werden, konkrete Entwürfe für eine digitale Gesellschaft aber fehlten.

Digitalisierungsstrategie, Kommunen fühlen sich alleingelassen, www.zdf.de, 18.11.2018

Dem kann ich nicht widersprechen. Und was sagt die Bundesregierung?

Zumindest die Erfahrungen “mit der Vereinfachung der Förderbedingungen” im neuen Breitbandprogramm beschreibt die Regierung als “positiv”. Bescheide würden nun fortlaufend erteilt konnte, die Bewilligungsdauer habe sich verringert. […] Auch die Arbeit der Kommunen sei durch das veränderte Antragsverfahren deutlich erleichtert worden.

Breitband: Bundesregierung sieht keinen Engpass beim Tiefbau, www.heise.de, 19.11.2018

Undenkbar! Bei all den vollmundigen Erklärungen müssten die Glasfaserleitungen wie von Zauberhand, gleichsam wie Butter in das warme Toastbrot, in die Erde gleiten. Mit der Realität hat das jedoch rein gar nichts zu tun. Es gibt viele Förderprogramme, ja. Aber sie behindern sich gegenseitig, und sind, soweit ich das bislang beobachten konnte, alles andere als „vereinfacht“. Und letztendlich kommt man sich trotz der ach so üppigen Füllhörner vor wie ein Bittsteller!

Und das waren nur einige Beispiele, warum ich bei den Themen Breitbandausbau und Digitalisierung an dieses Murmeltier denken muss.

Update 25.11.2018: Zum Thema BSI und Router, hier noch eine Ergänzung von Fefe.