Wie aus das sieht?

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Ein Esel der komisch guckt

Habe ich Eure geballte Aufmerksamkeit? Ja? Sehr schön. Kürzlich bin ich wieder gefragt worden: »Wie machst du das?« Vorausgegangen war eine Unterhaltung in der ich, wie immer völlig unaufdringlich, also quasi nebenbei erwähnte, dass ich schon seit einigen Jahren fast alles was in meinem Garten an Grünschnitt anfällt – nicht – entsorge. Das „Zeugs“ verbleibt dort.

Korrekt, das hat Euer Soheit-Onkel schon mehrmals erwähnt. Hier einer der jüngsten Ergüsse dazu: Der Wald wird gefegt. Wie? Du kennst den Text nicht? Dann aber hurtig …

Gut, schön. Wo landet denn dann zum Beispiel das ganze Laub von der Hecke? Und: Wie aus das sieht? Weil mir diese Fragen schon mehrmals gestellt worden sind, heute und hier eine kurze Verklärung dazu.

Also: Zwischen der Hainbuchen-Hecke die mein kleines Hausgrundstück umfasst, und den Pflanzenbeeten in meinen Garten habe ich einen „inneren Rundwanderweg“ angelegt.

Lügder*innen verweise ich bei meinen Erklärungen immer auf den Rundwanderweg, der inner-halb der historischen Altstadt von Lügde entlang der Stadtmauer führt1. Auf der einen Seite des Weges ist die Mauer, auf der anderen Seite sind die idyllischen Hinterhöfe zu bewundern2.

Die Stadtmauer von Lügde

In diesem Fall ist auf der einen Seite die Hainbuchen-Hecke, und auf der anderen Seite sind die Beete in meinem Garten zu begucken. Die Pflasterung des Weges besteht aus dem Laub und den Zweigen, die bei den Frisörterminen der Pflanzen im Garten so anfallen.

Eine Hecke, ein schmaler Weg und ein Pflanzenbeet

Auf diesen Wegen landet das Gros des in meinem Garten anfallenden Grünschnittes.

Der Rundwanderweg hat den Vorteil, dass die Beete von zwei Seiten zu erreichen sind – von dem Weg, und von der Mitte des Gartens, zum Beispiel von der Rasenfläche. Ich brauche also nicht quer über ein Beet zu stiefeln, um Pflanzen die weiter hinten wachsen zu betüddeln.

Eine Hecke, ein schmaler Weg und ein Pflanzenbeet

Wie aus das sieht? So unordentlich! Ja, das sieht eher nach Wald, als nach einem Wohnzimmer aus. Für mich ist ein Garten auch kein Wohnzimmer. Er ist für mich ein Stück Natur, welches ich unmittelbar am Haus genießen möchte. Klar, ich drücke ihr meinen Stempel auf, zumindest versuche ich das. Aber sie zeigt mir immer wieder:

»Du bist nicht mein Herr, du bist nicht mal dein eigener Herr, du bist ein Teil von mir.« – Wann immer wir versuchen uns über die Natur zu stellen, irgendwann wird sie uns dafür in den Allerwertesten treten. Und das kann sehr schmerzhaft werden …

PS: Und was hat der Esel da oben zu sagen? Keine Ahnung, den müsst Ihr schon selber fragen. Er wohnt im Freilichtmuseum in Detmold. Geheimtipp: Besucht mal das Museum. Da gibt’s auch was in Sachen Garten zu erfahren.


  1. Selbstverfreilicht gibt es auch einen Rundwanderweg, der außerhalb des historischen Stadtkernes entlang der Lügder Stadtmauer führt. Das habe ich, bei der Hainbuchenhecke die mein kleines Hausgrundstück umfasst, allerdings nur ansatzweise realisieren können, nämlich straßenseitig … [return]
  2. Zum Foto von der Stadtmauer: Das ist schon ein bisschen älter. Ich habe es vor 12 Jahren aufgenommen. Vielleicht liefere ich Euch noch eine jüngere Aufnahme nach. [return]