Was machen wir mit diesem Wissen?

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Feldwegblumen

Was bedeutet fair trade? Was hat fair trade, also der faire Handel mit meinen Kaufentscheidungen zu tun? Fragen wie diesen bin ich vor ein paar Tagen mit einem Schüler nachgegangen.

Als ich abends den Fernseher anschaltete um mir die Nachrichten anzusehen, sah und hörte ich das:

[…] aktuell verbrauchen wir Deutschen 2,6 Mal so viele natürliche Ressourcen, wie sich jährlich erneuern. Das bedeutet im Klartext: Wir leben so, als hätten wir noch eineinhalb Planeten im Kofferraum.

Thomas D in Wissen vor acht (ARD)

Thomas D widmet sich in der Sendung dem ökologischen Fußabdruck. Das von ihm vorgetragene Beispiel veranschaulicht etwas, das wir uns viel zu selten bewusst machen. Wir denken nicht daran, welcher Ressourcen es bedarf, die Dinge unseres täglichen Lebens zu erzeugen:

[…] mein T Shirt. Was meinen Sie, was das wiegt? 150 Gramm – ich hab‘s gewogen – aber … ökologisch gesehen wiegt dieser Hauch von Stoff 45 kg – das ist der Rohstoffverbrauch. Denn damit ich dieses T-Shirt tragen kann, sind eine Menge Produktionsschritte nötig, die für mich unsichtbar bleiben und die jede Menge Rohstoffe benötigen.

Thomas D in Wissen vor acht (ARD)

An der Herstellung des T Shirts sind auch Menschen beteiligt – beim Abbau der Rohstoffe, bei der Fertigung und beim Färben des Stoffes, beim Nähen, beim Verpacken, beim Versenden und so weiter. Zu welchen Bedingungen arbeiten diese Menschen? Was haben sie für Arbeitszeiten, wie sieht ihr Arbeitsplatz aus? Haben sie auch alle Schutzkleidung, Sitzmöbel, Arbeitstische, gut ausgeleuchtete, belüftete und beheizte Räume die den aktuellen arbeitsmedizinischen Erkenntnissen entsprechen? Und vor allem: Werden die Menschen gerecht bezahlt?

Apropos: Was ist gerecht? Wer produziert eigentlich die Gesundheitsstühle für unsere Arbeitsplätze? Ist dabei alles fair zugegangen?

Kennt Ihr die Geschichte vom Weltacker?

Derzeit werden weltweit etwa 1,4 Milliarden Hektar als Ackerfläche genutzt.[…] Teilt man diese Fläche durch die Zahl der Weltbevölkerung, so ergibt sich pro Kopf eine Anbaufläche von etwa 2000 m²:[…] Darauf wird nicht nur Nahrung angebaut, sondern zum Beispiel auch Baumwolle und Biodieseltreibstoff.[…] Nach Berechnungen von Umweltexperten der Vereinten Nationen werden rein rechnerisch für den Anbau der Lebensmittel, die jeder Europäer verbraucht, 4000 Quadratmeter Ackerfläche benötigt.[…] Mit dem Projekt soll gezeigt werden, dass man sich auch mit den auf nur 2000 Quadratmetern geernteten Lebensmitteln gesund ernähren kann.[…]

– de.wikipedia.org: 2000m², auch Weltacker genannt

Wir Europäer sind schon reichlich anspruchsvoll – statt 2.000 Quadratmeter, nimmt jeder von uns 4.000 Quadratmeter für den Anbau „seiner“ Lebensmittel in Anspruch.

Thomas D zieht in seiner Sendung über den ökologischen Fußabdruck daher ein deutliches Fazit:

2,6 Erden! Das heißt, ganz einfach, wir [Deutschen!] leben auf Pump. Unser ökologischer Dispokredit ist gnadenlos im Minus. Konto überzogen. Müsste eigentlich gesperrt werden. Von unserer Erde.

Thomas D in Wissen vor acht (ARD)

Bleibt die Frage, was machen wir mit diesem Wissen?