Visitenkarten im Netz

Yes!, dachte ich, und grinste innerlich wie ein Honigkuchenpferd.

»Hast du den Text geschrieben?«, fragte mich unlängst eine Yoga-Kommilitonin, vor dem Unterricht. »Welchen Text meinst du?« »Den über den Eine-Welt-Laden in Lügde. Vor ein paar Tagen wollte ich dort hin. Ich hatte aber die Öffnungszeiten nicht mehr auf dem Schirm und habe im Netz gesucht. Und auf der Seite die ich dann gefunden habe, stand dein Name.«

Sie war beim Suchen auf die Seite unter luegde.de Der Eine-Welt-Laden „Die Brücke“ in Lügde gelandet. An dem Text klebt ein Foto, unter dem mein Name zu lesen ist. Warum der Text dort gelandet ist, könnt Ihr hier nachlesen.

Und darum habe ich mich so über die Frage meiner Yoga-Mitschülerin gefreut. Denn sie bestätigte mir mal wieder: Wenn du etwas erreichen willst, musst du im Netz sein. Oder anders ausgedrückt: Wer nicht im Netz ist, den gibt es nicht. Und im konkreten Fall habe ich dem Eine-Welt-Laden in Lügde zu seinem Glück verholfen.

Allerdings, viel mehr als eine Visitenkarte mit Öffnungszeiten ist die Seite nicht. Im Netz lassen sich eine Menge solcher virtuellen Visitenkarten finden. Im oben geschilderten Fall hat das ja auch gereicht. Meine Mitschülerin kannte den Laden offensichtlich. Sie wusste, was sie dort erwartet. Aber was ist mit Leuten, die keine Ahnung von dem haben was ihnen der virtuelle Visitenkarten-Mensch da anbietet?

Wenn eine Website nicht viel mehr enthält als die Kontaktdaten, ein paar globalgalaktische, heilsversprechende Aussagen über die Leistungen des Anbieters, die Mondpreise, drölf weichgezeichnete Fotos, und vielleicht sogar noch einen tollen Flyer zum Download, auf dem die ganzen Infos noch mal wiederholt werden, dann – ja dann soll ich offensichtlich die Katze im Sack kaufen. Ich finde das ganz schön dreist.

Viele solcher virtuellen Visitenkarten sind gar nicht mal so schlecht gemacht. Schöne Farben, schöne Aufteilung, schöne Bilder das ganze noch in ständiger Bewegung … Solche Angebote erinnern mich immer an das Dschungelbuch und an die Schlange Kaa: »Hör auf mich, glaube mir, Augen zu, vertraue mir.« Was würde Eduard Zimmermann dazu sagen? Vielleicht: »Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Die Kriminalpolizei warnt.«

Wer wirklich etwas zu bieten hat, der gibt davon. Kostenlos. Damit meine ich Inhalte. Wenn ich zum Beispiel Technik an Frau oder Mann bringen will, ist das relativ einfach. Dann schildere ich Anwendungsmöglichkeiten, füge Detailfotos dazu, und liste technische Daten, Materialbeschreibung, Größenangaben und so weiter auf.

Schwieriger wird es, wenn ich eine Dienstleistung anbiete. Das ist vermutlich der Grund, weshalb im Netz besonders viele Dienstleister mit solchen verhuschten Visitenkarten ihr Glück versuchen. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mich ärgern solche Webangebote, in denen nicht mal ansatzweise versucht wird, die schlichten Aussagen und reinen Behauptungen zu unterfüttern. Stattdessen Plüsch und Wattebäuschchen.

Erkläre mir, warum ich die Leistung bei dir buchen soll! Versuch es wenigstens!