Mein Senf zu den Themen Dieselskandal und Autokartell

Ein Wiking-Auto

Wieso hat denn eigentlich die unsichtbare Hand des Marktes nicht den Diesel-Skandal verhindert?

– Felix von Leitner (Fefe), blog.fefe.de

Tja, die unsichtbare Hand des Marktes wird es regeln. Eine von vielen Thesen aus der Abteilung Volkswirtschaftslehre. Aber wie so oft im Leben, es läuft nicht immer so wie gedacht: Das geheime Kartell der deutschen Autobauer.

In Wahrheit hassen Konzerne die Marktwirtschaft, deswegen sind sie stets bestrebt, sie durch Lobbyismus und Kartellbildung auszuschalten.

– Mario Sixtus, twitter.com/sixtus

Lobbyismus, kann das sein? Bei der Branche, die Deutschland liebste Kinder erzeugt?

Kein anderer Industriezweig ist derart gut mit der Politik vernetzt. Der Cheflobbyist der Autokonzerne ist ein ehemaliger Verkehrsminister und guter Freund der Kanzlerin […]

– Jens Berger, www.nachdenkseiten.de

Gemeint ist wohl Matthias Wissmann, laut de.wikipedia.org ist Herr Wissman auch ein ehemaliger CDU-Politiker. Hm.

Und so regt sich Fefe meines Erachtens zu recht auf, wenn im Zusammenhang mit diesen Skandalen auf die gefährdeten Arbeitsplätze verwiesen wird, um dem weiteren Nachdenken Einhalt zu gebieten:

Oh, ach ja? Die Wirtschaft bangt um Arbeitsplätze? Welche Wirtschaft ist das genau? Die, die seit Jahrzehnten immer und immer mehr Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt? Oder reden wir von der Wirtschaft, die Jobs toll findet, aber lieber in Niedriglohnländern, nicht in Deutschland? Die Wirtschaft, die unserer Regierung erzählt hat, wenn Deutschland konkurrenzfähig bleiben soll, dann müssen wir hier auch immer weniger Steuern für Unternehmen haben, und Lohnkosten müssen gesenkt werden? DIE Wirtschaft?

Felix von Leitner, blog.fefe.de

Die Arbeitsplätze die dabei bedroht sind, sehen vermutlich so aus (via Fefe).

Übrigens: Wenn Ihr die Fernseh-Folge noch nicht gesehen habt, dann solltet Ihr das unbedingt nachholen: Die Anstalt vom 7. März 2017, darin thematisieren Max Uthoff und Claus von Wagner den Dieselskandal.

Was machen?

Ja, das ist alles schlimm. Sehr schlimm. Aber was kann man da machen? Herr Seehofer möchte die KFZ-Steuer senken. Interessant, die Autoindustrie betrügt, und zum Trost zahlt der Steuerzahler? Andere sind der Meinung, man solle den Verbrennungsmotor verbieten. Was ist mit den Elektroautos?, fragen viele. Robert Basic ist den Fragen mal nachgegangen: Elektromobilität: Was bringt es wirklich? Macht es gesund? Wie sauber ist ein Elektroauto? Nüja.

Im Radio fordert ein “Grüner” saubere Autos. He! Es gibt keine sauberen Autos! Was du meinst sind Fahrräder.

twitter.com/rauskucker/

Okay, okay, das Fahrrad ist nicht das Allheilmittel – aber oft wäre schon die Bahn oder der Bus eine Alternative.

Tja, was machen? Fairt trade – seit Monaten reite ich auf dem Thema herum. Weshalb ich das auch hier anbringe? Wir haben das alles in der Hand. Wir treffen die Kaufentscheidungen. Es sind unsere Ansprüche, von denen wir uns leiten lassen.

»Aber ich wusste doch nicht das in meinem Porsche Cayenne eine verbotene Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung installiert ist!« (Hintergrund) Das glaube ich sofort.

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind – ihr kennt die Behauptung. Darüber soll es sogar eine Studie geben. Je größer und je schneller das Kind Auto ist, umso besser. Je mehr Schnickschnack darin eingebaut wurde, desto besser. Oder?

Hand aufs Herz: Welche Priorität hatte für Dich das Kriterium Umweltfreundlichkeit beim Kauf Deines Autos? Gehörte das Kriterium zu den TOP 3? Musste das Auto wirklich so groß sein? Und wenn Du ein so großes Auto brauchst, um zum Beispiel einen Wohnwagen zu ziehen – wie oft kommt das vor?

Früher fuhr man mit 5 Erwachsenen und 3 Kindern in einem VW Käfer. Heute bestellt man bei positivem Schwangerschaftstest sofort den SUV.

– Andreas Poser, twitter.com/AndreasPoser

Es ist gruselig, was da in den Chefetagen der Autobauer passiert ist. Es ist genauso gruselig, wie die Politik damit umgeht. Und wie gruselig sind wir?

Wir haben nicht nur eine Stimme bei der Wahl, zum Beispiel bei der nächsten Bundestagswahl. Wir sind es, die den Bedarf formulieren1. Jede einzelne Entscheidung von Dir, von mir, von uns allen ist eine Stimme. Und wenn es nur Entscheidungen zu Fragen wie dieser sind: Fahre ich die kurze Strecke mit dem SUV oder mit dem Rad?

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Update: „Was ist eigentlich das Problem der deutschen Automobilindustrie? Diese Visualisierung verdeutlicht es sehr gut.“, via Daniel Schultz, @presseschauer


  1. Zumindest sollten wir das. Obwohl ich oft bezweifle, dass wir das noch tun. [return]