Echt? Zehn Jahre soheit.de?

Wespe

»Ja leck mich doch am [PIEP!] – Zehn Jahre soheit.de?!«

Alles begann mit einem komischen Storch

»Echt? Zehn Jahre?« Jepp! 10 Jahre tummelt sich soheit.de schon im Netz. Am 24. September 2007 erschien hier der erste Artikel: Die Geschichte vom traurigen Klapper-Storch. Mittlerweile stapeln sich bei soheit.de über 1.000 Posts.

Dass es soheit.de gibt, verdanke ich einem guten Freund und Mentor. Er war es, der mich zum Bloggen „angestiftet“ hat. Eine kleine Website hatte ich schon vorher. Eine, die ich selbst zusammengeklöppelt habe. Aber sie war eher statischer Natur. Nach außen änderte sich nur wenig daran. Sie war halt eine Art Spiel- und Übungswiese für mich. Als mir mein Kumpel vom Bloggen und von WordPress erzählte, war ich eine Zeit lang skeptisch. Außerdem dachte ich bei WordPress immer an Word. Und von Word habe ich so meine Meinung …

Nun ja, irgendwann gelang es ihm mir klar zu machen, was das denn so ist, so ein Blog, schraubte ein solches zusammen, ließ es mich auf den Namen soheit.de taufen, stellte es auf die Schienen des Internets, setze mich hinein und gab uns einen kräftigen Schubs. Tja, das war vor zehn Jahren.

Mehrere Male habe ich in den Jahren die Lok gewechselt, also die im Hintergrund arbeitende Technik ausgetauscht1, Texte und Fotos sind aber mit umgestiegen2.

Die Geschichte mit der Meinungsfreiheit

Als ich mit dem Bloggen begann, hatte ich sehr viel Respekt. Auf der einen Seite finde ich es nach wie vor faszinierend, dass alle Menschen die einen Internetanschluss haben meine Texte lesen können, auf der anderen Seite hatte ich Sorge, etwas falsch zu machen, mich lächerlich zu machen, jemanden zu Nahe zu treten, und so weiter.

Denn mir war von Anfang an klar, ein Webangebot zu haben heißt auch, Verantwortung zu tragen. Ihr kennt ja die Diskussionen um die Hass-Postings und Fake-News. Vor zehn Jahren war das meines Erachtens längst nicht so extrem.

Dennoch: Kritik aufzeigen und sie zu begründen, finde ich in Ordnung – nur so lernen wir. Außerdem gehört das zur Meinungsfreiheit – einem Grundrecht, einem Menschenrecht, einem internationalen Recht. Aber Beschimpfungen, Bashing, Beleidigungen oder gar Hass-Postings?

So ein Webangebot verleitet schon dazu, sich mal ordentlich den Frust von der Seele zu „schreien“, zu dissen, dass der Putz von den Wänden bröselt. Aber ich kenne niemanden, der gern Adressat von so einem „Erbrochenem“ ist. Hinzu kommt, dass viele gute Argumente ihr Ziel verfehlen, wenn sie in einem üblen Rant verpackt werden. Wer macht sich schon die Arbeit und pult Pralinen aus einem Hundehaufen?

Kurzum: Auch ich war in den zehn Jahren bisweilen geneigt, hier mal richtig vom Leder zu ziehen. In einigen Texten wird das auch erkennbar. Nun ja, ich bin auch nur ein Mensch. Doch ich arbeite weiter an mir.3

Apropos Hass – Hass-Kommentare sind unter soheit.de nie eingegangen. Die Technik, die soheit.de zurzeit antreibt, sieht eine Kommentarfunktion auch gar nicht vor. Gleichwohl könnt Ihr mir zu meinen Artikeln einen Kommentar schreiben (siehe unten im Text).

Dass es die Kommentarfunktion – also so ein Formularfeld unter den Artikeln – hier nicht gibt, finde ich nicht weiter schlimm. Ich bin ja erreichbar. Und selbst als es das Kommentarformular noch gab, habe ich nicht viele Kommentare zu Artikeln bekommen. Was aber auch nicht verwunderlich ist, denn ich bin Lichtjahre von einem A-Blogger entfernt.4

Danke liebe Leserinnen und Leser!

Dennoch blieben meine Walgesänge im Äther nicht gänzlich ungehört. Ich habe Lob, aber auch Kritik zu lesen und zu hören bekommen. Darüber führe ich freilich keine Statistik. Aber die Zahl der positiven Anmerkungen ist, postfaktisch gesehen, größer. Und wenn man einer Theorie folgt, die da besagt, dass die Menschen, wenn sie denn etwas kommentieren, viel eher und umfangreicher negative als positive Kritik äußern, dann liege ich mit soheit.de eindeutig auf der Sonnenseite.

Besonders gefreut habe ich mich über konstruktive Kommentare, Kommentare, in denen von mir in den Artikeln aufgeworfene Argumente vertieft und oder verdeutlicht wurden, Kommentare, die sich sachlich und respektvoll mit den angesprochenen Punkten auseinandersetzen. Ich überlege gerade, ob mir mal Argumente widerlegt wurden. Aber ich glaube, das war nicht der Fall. Wobei ich auch dafür dankbar wäre, vor allem, wenn das gut begründet würde.

Tja, zehn Jahre soheit.de! Höchste Zeit, dass ich das endlich mal deutlich sage: Liebe Leserinnen und Leser, vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit nehmt, meine Texte zu lesen. Speziell den hartnäckigen Leser*innen bin ich dankbar, die sich nicht von einem Artikel abschrecken lassen, die hier auch dann wieder reinschauen, wenn ihnen ein Beitrag nicht in den Kram gepasst hat.

Ausdrücklich danke ich auch all jenen Leserinnen und Lesern, die mich haben wissen lassen – ob schriftlich oder mündlich – was sie von meinen Geschreibsel halten. Klar habe ich bei negativer Kritik hier und da auch Verdauungsprobleme. Aber das muss ein Blogger aushalten.

Warum bloggst du?

»Was reizt dich am Bloggen?«, werde ich ab und an mal gefragt. Zunächst ist es das Teilen, das Teilen von Wissen, Erfahrungen, Geschehnissen, Erlebnissen, von schönen Fotos und so weiter. Aber soheit.de nutze ich auch gern, um für mich zu dokumentieren5. »Für dich?« Jupp! »Denk immer daran, du bloggst für dich!« sagte mir mein Kumpel damals. Da ist meines Erachtens immer noch eine Menge dran.

Ich verkaufe hier keine Zeitung oder ein Buch. Ich brauche mich mit soheit.de nicht nach einer größtmöglichen Zahl von Leser*innen auszurichten. Soheit.de war und ist nicht dafür konzipiert, Geld damit zu verdienen. Auf diese Weise möchte ich authentisch bleiben, was mir sehr wichtig ist.

Websites haben mich schon immer interessiert. Vor dem Bloggen habe ich mich aber hauptsächlich auf die Technik konzentriert, auf die Datenbanken, die im Hintergrund laufen, auf die Stylesheets, auf dynamische Webseiten und so weiter. Beim Bloggen jedoch steht das Schreiben im Vordergrund. Ich bin sehr glücklich darüber, im Lauf der Jahre so viel über die drei Seiten der Medaille Website gelernt zu haben: über die Techniken, über die Inhalte, und über die Konzeption, nach der sich Technik und Inhalte ausrichten sollten.

Weiter geht’s

Und weil mir soheit.de so viel Spaß macht, und weil ich beim Bloggen ständig lernen kann, geht’s hier auch weiter.

Super für mich wäre latürnich, wenn auch Ihr, liebe Leserinnen und Leser, soheit.de weiter treu bleibt. Dafür verspreche ich Euch, es wird auch künftig hier keine Paywall geben, Ihr müsst, außer dem Internetzugang, keinen speziellen Account haben um hier lesen zu können, und ihr werdet auch nicht mit Werbung belästigt. Einziger „Nachteil“ soheit.de bietet Euch keine Freundschaftsanfragen ;-)

PS: Selbstverfreilicht freue ich mich über Feedback – zu jedem Beitrag. Was gefällt Euch, was gefällt Euch nicht. Und vor allem: Warum seid Ihr meiner, oder einer anderen Meinung?

Wenn Ihr mir zu diesem oder einem anderen Artikel einen Kommentar schicken möchtet, sendet mir einfach Euren Kommentar via E-Mail, schreibt darin, dass Ihr damit einverstanden seid, dass ich den Kommentar veröffentlichen darf, und ab dafür … Ach ja, es würde mir sehr helfen, wenn ihr den Titel des Artikels auf den sich Euer Kommentar bezieht, in der E-Mail mit aufführt. Dankeschön!


  1. Soll heißen, soheit.de dampft schon länger nicht mehr mit WordPress durchs Netz. [return]
  2. Was leider nicht immer reibungslos funktioniert hat. Auch deswegen führen einige Links in älteren Texten noch ins Nirvana. Falls Ihr mal beim Lesen auf diesen Seiten auf so etwas stoßen solltet, sagt Bescheid. Kopiert einfach den Link des entsprechenden Artikels und schickt ihn mir via E-Mail. [return]
  3. Denn wie meine Omma immer sagte[return]
  4. Daher beschreibe ich mich unter Twitter auch als V-Blogger. Das V gehört zu den Top Five des Alphabets – wenn man es rückwärts aufsagt. Anders gesagt, soheit.de hat nicht die Reichweite eines A-Bloggers, sondern die eines V-Bloggers. [return]
  5. Das Dokumentieren via Internet ist ein Thema, womit ich vermutlich schon einigen Leuten auf den Keks gegangen bin. Der wohl am meisten in dem Zusammenhang von mir hervorgekramte Artikel lautet: Warum es sich lohnt, im Netz zeitnah zu dokumentieren. Wenn Euch das Thema auch interessiert, schaut auf diese Liste: soheit.de/tags/dokumentieren/. [return]