Die Mücke

Eine Windmühle

»Kämpfst du da nicht gegen Windmühlen?« Die Frage bekomme ich so oder ähnlich immer mal wieder zu hören. Natürlich frage ich mich manchmal auch selbst, warum erzähle ich eigentlich dauernd, dass jeder dazu beitragen kann, den Klimawandel zu verlangsamen. Ich denke dabei an meine Texte zu den Themen Garten oder Fahrradfahren.

Ich denke aber auch an meine Artikel zum Thema „informieren, dokumentieren und unterhalten im Netz“. Wie viele Missverständnisse und daraus resultierender Ärger könnten verhindert werden, wenn immer schnell und umfassend informiert würde? Wie viele Ressourcen könnten wir einsparen, wenn die Dinge zeitnah dokumentiert würden, und dieses Wissen für jeden ganz einfach abrufbar wäre?

»Meinst du echt, wenn ich dieses Pflanzenbeet nicht zupflastere, würde ich damit die Natur retten?«, »Denkst du, wenn ich die Brötchen am Wochenende mit dem Fahrrad statt mit dem Auto hole, würde sich das Klima verbessern?«, »Glaubst du ernsthaft, wenn wir rechtzeitig informiert hätten, wären weniger Leute auf die Barrikaden gegangen?«, »Glaubst du, für meine Recherchen über meinen Geburtsort interessiert sich irgendwer?« – das sind so Gegenfragen, die mir dann zugeworfen werden.

Wenn mir dann der Raum gegeben wird, kann ich zu den Fragen eine ziemliche Menge an Material in die Antwort packen. Man kann das alles hier auch nachlesen. Aber darauf will ich nicht hinaus. Es fällt doch auf, dass auch bei diesen Fragen etwas mitschwingt: Das bringt doch nichts. Das ist doch aussichtslos – ein Kampf gegen Windmühlen.

Vergangene Woche lag er im Briefkasten. Der Kalender 2018 von Amnesty International. Jede Woche wird darin mit einem Kalenderspruch eingeleitet. Einer davon lautet:

Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.

Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama