Was der Karfreitag heute sein könnte

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Blüten in schwarzweiß

Heute ist ein komischer Tag. Ein Freitag. Ein Frei-Tag, Ein Fast- und Abstinenztag. Ein Trauertag.

Karfreitag. Und es regnet.

So ein Tag lässt sich schlecht vermarkten. Obwohl ich das hier und da schon versucht habe. Was sicherlich auch zynisch gemeint war. Naive Befreiungsschläge? Mag sein.

Karfreitag. Wir, die wir so sehr auf Produktivitätssteigerung konditioniert sind, ziehen die Handbremse an. Aber warum eigentlich? Wer lebt diesen Tag noch so, wie er mal gedacht war? Können wir uns, kann sich unsere Wirtschaft so einen freien Tag überhaupt noch erlauben?

Kürzlich habe ich wieder einmal einen bemerkenswerten Beitrag von Antje Schrupp gelesen. Das Thema: Karfreitag. Der Titel des Beitrages: „Begreifen, dass Gott tot ist“.

Gott ist tot, weil wir Menschen einander an Kreuze nageln. Weil wir andere in Kriegen bombardieren, in Meeren ertrinken lassen, durch unüberwindbare Grenzen von rettenden Lebensressourcen abschneiden. Weil wir es zulassen, dass Menschen aus Armut verzweifeln, durch Gleichgültigkeit in Vergessenheit geraten, vor Einsamkeit depressiv werden.

— Antje Schrupp: Begreifen, dass Gott tot ist, zeit.de

In ihrem Artikel hebt Antje Schrupp auch eine Idee von fünf Aktivistinnen aus der Schweiz auf. Die Aktivistinnen schlagen vor, die Karwoche zur Care-Woche zu machen.

Laut Duden stammt die Vorsilbe Kar– vom althochdeutschen Wort Kara. Kara bedeutet: Klage, Trauer, Sorge. Das Wort ist mit dem englischen Care verwandt. Care bedeutet: Sorgen, Sich kümmern, Fürsorglich sein…

Karwoche ist Care-Woche, karwoche-ist-carewoche.org

Karwoche ist Care-Woche. Eine sehr gute Idee, wie ich finde. Antje Schrupp hat noch eine andere Idee:

Der Karfreitag könnte ein Feiertag sein, an dem wir uns diese brutale Realität der Menschheit [siehe erstes Zitat] ganz ohne verschönerndes Brimborium vor Augen führen. […] ein Tag, an dem wir es aushalten, keine Lösung zu haben.

— Antje Schrupp: Begreifen, dass Gott tot ist, zeit.de

„Ein Tag, an dem wir es aushalten, keine Lösung zu haben.“

Karfreitag. Und es regnet.