Soll Lügde Fair-Trade-Stadt werden?

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Eine Packung Fairtrade-Kaffee

Wie Ihr seht, kaufe ich Kaffee mit dem Fairtrade-Logo. Ich kaufe auch Bio-Produkte, gern auch aus heimischen Anbau. Das mache ich schon seit Jahren. Ob das was hilft? Kein Ahnung. Aber ich hoffe es. Und es beruhigt mein Gewissen. Ein bisschen.

In Lügde werden sich demnächst die Kommunalpolitiker mit der Frage auseinandersetzen: Soll Lügde Fair-Trade-Stadt werden?

Herr […] äußert den Vorschlag […], dass Lügde FairTrade-Stadt wird. Der Kreis Lippe beispielsweise ist bereits FairTrade-Kommune. Der Antrag1 der SPD wird dem Protokoll beigefügt. Die Verwaltung wird beauftragt, die Voraussetzungen zu prüfen

TOP 6: Verschiedenes, Sitzung des Ausschuss für Jugend, Senioren, Kultur, Sport und Soziales vom 8.12.2015

„Die Verwaltung wird beauftragt, die Voraussetzungen zu prüfen.“ Nun, dann machen wir das mal. Erste Frage: Was ist eine Fair-Trade-Stadt? Zweite Frage: Was muss eine Gemeinde oder Stadt tun, um Fair-Trade-Stadt zu werden?

Wie schon die alten Germanen sagten: Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.

Fair-Trade-Stadt ist ein Zertifikat, das von einer anerkannten Fair-Trade-Zertifizierungsstelle […] vergeben wird und sich für die Förderung Fair-Trade-zertifizierter Waren im Rahmen des fairen Handels einsetzt.

— de.wikipedia.org: Fair-Trade-Stadt

Soheit so gut. Nächste Frage: Was muss eine Gemeinde oder Stadt tun, um Fair-Trade-Stadt zu werden? Die deutsche Website der Kampagne – www.fairtrade-towns.de – listet fünf Kriterien auf.

Kriterium 1: Ratsbeschluss
Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des Fairen Handels. Bei allen öffentlichen Sitzungen wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt.

Kriterium 2: Steuerungsgruppe
Eine Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Kriterium 3: Fairtrade-Produkte im Sortiment
Einzelhandel und Gastronomiebetriebe
In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus Fairem Handel angeboten. […] Wie viele Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe Sie für die Erfüllung des Kriteriums 3 benötigen, ist von der Einwohnerzahl Ihrer Kommune abhängig. Unser Kalkulator errechnet die Anzahl ganz schnell und einfach für Ihre Kommune.

Lügde hat – Stand 31.12.2015: 10.160 Einwohner. Nach dem „Kalkulator zur Ermittlung“ bedeutet das: „4 Geschäfte, 2 Gastronomiebetriebe, 1 Schule / Verein / Kirchengemeinde, 4 Medienartikel“.

Kriterium 4: Zivilgesellschaft
Fairtrade in öffentlichen Einrichtungen
Produkte aus Fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel umgesetzt, oft im Rahmen weiterer Kampagnen von TransFair.

Kriterium 5: Medien
Öffentlichkeit
Die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in Ihrer Kommune.

Nun noch mal zu meiner Frage: Was würdet Ihr sagen, wenn Eure Gemeinde oder Stadt sich für den Titel Fairtrade-Town bewerben möchte?


Wenn Du Dich an dieser Diskussion beteiligen möchtest, schreib mir einfach eine E-Mail. Bitte schreib darin auch, ob ich die E-Mail hier, unter diesem Text veröffentlichen darf.


  1. … Hier der Link zum besagten Antrag (PDF !) [return]