Mittelalter im Lügder Rathaus

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 2 Minuten

Ein Kran hebt ein Stück Zwischendecke an.

In der vergangenen Woche ist im Rathaus Lügde wieder voll zugeschlagen worden. Wände wurden ganz oder für neue Eingänge eingehauen, um hernach an anderer Stelle wieder Wände einzuziehen, beziehungsweise alte Eingänge zuzumauern.

Dabei ist ein „Eingang“ geschaffen worden, der heutzutage nicht alltäglich ist. Ich zitiere mal die Wikipedia:

Eine Falltür ist eine in einer horizontalen Ebene, beispielsweise Zimmerdecke oder Boden, eingelassene Tür, die als Zugang zu einem Gang oder einem Raum dient.

— de.wikipedia.org: Falltür

Ein Loch im Deckenboden.

Das Feature, welches wir uns haben installieren lassen, ist diese Falltür-Version hier:

Ebenfalls als Falltür im Sinne einer Falle werden Türen bezeichnet, die sich beim unachtsamen Betreten durch einen Klappmechanismus plötzlich nach unten öffnen und den Betretenden abstürzen lassen. Mit derartigen Falltüren suchten vor allem im Mittelalter die Burgbesitzer gewisse Räume vor unliebsamen Besuchern und Dieben zu schützen.

— de.wikipedia.org: Falltür

Blick durch das Loch im Deckenboden zum Seitenausgang

Oben ein Blick aus dem Verlies. Aber weil wir erst einmal Erfahrungen sammeln möchten, haben wir uns diese Sonderausstattung zunächst nur für den Rathausnebeneingang einbauen lassen. Wir müssen ja schließlich schauen, wie sowas bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt.

Ihr glaubt mir nicht? Okay, die Geschichte ist nicht ganz korrekt. Richtig ist, die Bodendecke im Bereich des Nebeneingangs wurde eingesägt. Dieser Zugang ist eigens für die neue Heizungsanlage im Rathauskeller geschaffen worden. Die Heizungstechnik ist zu groß, um sie über das Treppenhaus in den Keller zu transportieren – ist mir verklärt worden. Aber wer weiß …

Die Heizung wird mit einem riesigen Gabelstapler angeliefert

Und sonst? Tja, es war wieder eine Woche mit unglaublich viel Lärm und Staub. Selbst in dem bereits weitestgehend sanierten, östlichen Gebäudetrakt, der durch die für den Brandschutz neu eingebauten Zwischentüren getrennt ist, wuchs die Staubschicht täglich.

Wiederholt haben mich Bürgerinnen und Bürger denen ich auf den Fluren begegnete angesprochen: »Hier möchte ich nicht arbeiten!« Sie meinten den Lärm und den Staub, der nicht selten stundenlang wie eine Nebelwand in den Fluren steht. Andere riefen mir über den Baulärm hinweg: »Das ist eine Zumutung!« Soll ich Euch etwas verraten: Das denke ich auch oft.

Und immer wieder die Frage von Handwerkern (Neuzugängen) und BürgerInnen: »Wo finde ich denn hier die Toiletten?« »Hier leider nicht. Aber auf der anderen Straßenseite …«

Tja, der Abenteuerarbeitsplatz Rathaus Lügde ist für alle – für die Handwerker wie auch für die „BewohnerInnen“ – eine echte Herausforderung.


Und hier noch ein Rätsel:

Ein riesiger Gabelstapler schiebt die Heizung in den Nebeneingang

Wie kommen solche großen und schweren Gerätschaften jetzt ein Stockwerk tiefer in den Keller, ohne sie einfach durch die „Falltür“ herunterfallen zu lassen? Denn der Gabelstapler kann nicht die ganze Tiefe/Kellerhöhe überbrücken.