Mein zweiter Wohnsitz wird saniert

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BüroschranktürBüroschrank. Stabil und gefährlich.

Jetzt ist es amtlich. Das Amt wird saniert. Wenn Ihr mich fragt, ist das längst überfällig. Aber erstens hat mich keiner gefragt, und zweitens kann frau wie man sich darüber streiten. »Habt ihr keine anderen Probleme?«, werden wir regelmäßig gefragt. Doch, haben wir, sogar weitaus größere. Aber wie so oft im Leben: Das ist alles eine Frage der Prioritäten-Setzung – und der Zuschüsse.

Und so hat am Montag, 18.1.2016, der Rat beschlossen, sein Haus, das Rat-Haus, was mein zweiter Wohnsitz ist, sanieren zu lassen. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte: es geht um das Rathaus in Lügde.

Was soll gemacht werden? Dach, Heizung, Toiletten, Türen, Fußböden und Elektrik. Alles neu. Und ein Aufzug wird eingebaut.

Spannend ist, wir, die wir mit dem zweitem Wohnsitz dort gemeldet sind arbeiten, während der ganzen Bauphase die Stellung halten. Da stellt sich die Frage: Wer wird da wem mehr im Weg sein. Die Bewohner-innen den Handwerker-innen, oder umgekehrt? Als gesichert gilt: es wird laut und staubig.

Bestimmt wird es dann Dialoge wie diese geben: »Können sie in zwei Stunden noch mal anrufen? Mein neuer Kollege möchte jetzt seine Betonsäge spazieren fahren.« Oder: »Ja, heute müssen sie durch den Keller ins Rathaus kommen. Den Haupteingang finden wir auch gerade nicht wieder.« Und: »Nee, uns im zweiten Obergeschoss können sie heute leider nicht persönlich erreichen. Wir werden erst gegen 17 Uhr mittels Seilwinde wieder freigelassen.«

Übrigens, gleich zu Beginn der Bauphase werden die Toilettenanlagen herausgesägt, weil, wenn ich das richtig mitbekommen habe, in dem Gebäudestrang der Aufzug einbaut werden soll. »Und wohin geht ihr dann für kleine Mädchen und Jungs?« Nebenan. Der Eigentümer eines Hotel-Restaurants gewährt uns für solche Notlagen Asyl. Das sind sicherlich auch gute Gelegenheiten, kurz noch den vom Staub-Inhalieren ausgedörrten Hals mit einem kühlen Getränk freizuspülen.

Ich befürchte, ich werde Euch mit meinen persönlichen Eindrücken von der Sanierung des Lügder Rathauses nicht verschonen können.