Kind aller Länder

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Ein Tisch auf dem Balkon. Auf dem Tisch liegt ein Buch, eine Brille und es steht ein Glas Wasser darauf

Kinder sehen die Welt mit anderen Augen, erzählen sich die sogenannten Erwachsenen. Aus dem Mund von Erwachsenen klingt der Satz oft so, als wären sie nie Kind gewesen. Dabei wäre es möglicherweise angebracht, die Welt häufiger mal zu betrachten wie Kinder. Unprätentiös. Schnörkellos. Ehrlich.

Wenn ich mir vorstelle, ich sollte eine Geschichte aus der Sicht eines kleinen Kindes erzählen – Puh! Irmgard Keun hat in ihrem Roman Kind aller Länder genau das gemacht.

Die kleine Ich-Erzählerin Kully, das vorpubertäre Emigrantenkind aus dem Rheinland, definiert und inspiziert die Vorkriegswelt der Jahre 1936 bis 1938 auf den Schauplätzen Lemberg, Salzburg, Prag, Ostende, Brüssel, Amsterdam, Paris, San Remo, Nizza und New York. Kullys Erzählton ist durchgängig voll von umwerfender Komik, ungekünstelt und darum so nahe gehend.

— de.wikipedia.org: Kind aller Länder

Das stimmt, „Kully“ hat mich oft zum Grinsen gebracht. Kind aller Länder ist netter Roman. Leicht zu lesen. Es erzählt halt „ein Kind“. Aber die scheinbar schlicht daherkommenden Erkenntnisgewinne des Kindes, sind mitunter präzise herausgeschälte Kernaussagen, die nachdenklich stimmen.

Am Ende des Buches ist noch eine Art Nachwort von Volker Weidermann zu lesen. Den Text findet Ihr aber auch im Kiepenheuer & Witsch Blog: Volker Weidermann über Irmgard Keun.