Immer diese Uschis

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Ein gedeckter Tisch

Hin und wieder werde ich gebucht. Zum Beispiel als Fotograf. Nicht weil ich so tolle Fotos mache, das glaube ich nicht. Ich vermute das liegt daran, dass meine Kamera ohne mich nicht aus dem Haus geht. Und daraus wird geschlussfolgert: der macht viele Fotos. Was ja auch stimmt. Aber, viele Fotos heißt nicht gute Fotos.

Wie dem auch sei, wenn mal wieder Menge angefragt wird, sage ich meistens nicht nein. Ist ja für einen guten Zweck. Aber dann ist auch Konzentration angesagt. Denn meine Jobs nehme ich ernst. Und dabei hoffe ich immer: Vielleicht sind unter den 7 Millionen Fotos auch drei, vier, die über den riesigen, nicht zu gebrauchenden Beifang hinwegsehen lassen.

Nun lässt es sich nicht immer einrichten, dass alles so ist, wie sich das unsereins so denkt. So auch beim Fotografieren: mal stimmen die Lichtverhältnisse nicht, mal reicht das Objektiv nicht, mal vergisst Mann den Objektivdeckel abzunehmen – all solche Unwegsamkeiten. Ihr kennt das.

Und was mir so richtig auf den [PIEP!] geht, sind Leute die sich unvermittelt ins Bild werfen. Da harrst du minutenlang, den Atmen anhaltend, die Kamera mit winzigen Bewegungen, das Objektiv mit minimalen Drehungen positionierend, um das im Kopf bereits erstellte Motiv aus der Realität in die Digitalität zu bannen – und dann rennt Dir so eine ausgeflippte Rohrdommel in die Szene.

Ein Huhn rennt über eine Wiese

Das ist so, als würdest Du eine Tasse frisch gebrühten Kaffee auf das noch nicht getrocknete Ölgemälde eines genialen Künstlers kippen. Dann bin ich nicht nur richtig angefressen – dann bin ich auch äußerst nachtragend.

Dieses bekloppte Huhn da oben ist Uschi. Uschi ist mir im Mai 2013 vor die Linse gerannt. Was sie aber überlebt hat. Sie sei viele Monate später eines natürlichen Todes gestorben, wurde mir versichert. Aber scheiße verhalten hat Uschi sich trotzdem, an jenem Tag im Mai 2013.

PS: Ihr wollt wissen, wofür ich im Mai 2013 gebucht wurde? Hierfür.