Geschlossene Gesellschaft

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Der Haupteingang vom Rathaus Lügde ist verbrettert

Liebe Leserinnen und Leser, ist das nicht ein Super-Symbolbild? Der Haupteingang vom Lügder Rathaus ist verbrettert. Ein Traum von allen SachverarbeiterInnen dieser Wirkungsstätte: geschlossene Gesellschaft! Und nein, das Foto ist nicht bearbeitet. Tja.

Doch weil ich eben drei bis fünf Jovial-Kekse zum Kaffee hatte, hier die Auflösung:

Der Haupteingang vom Rathaus Lügde ist verbrettert

Wir lassen das Rathaus nicht nur mit roten Strichen bemalen, wir bekommen auch eine neue Haustür. Mit Windfang und so.

Wo ich gerade bei unserer neuen „Kriegsbemalung“ bin: Die Suche nach der „richtigen“ Farbgestaltung des Lügder Rathauses war ein echter Renner. Was haben sich die Leute die Köpfe heiß geredet. Gute Güte! Dabei ging es eigentlich um nix. Was ich hier schon mal verklärt habe: Kindergarten Rathaus.

Als ich neulich jemanden mit der Argumentation kam, sagte dieser mir: »Es geht um die Identifikation! Die Menschen wollen sich mit ihrem Rathaus identifizieren können. Und mit dem Rot ist das meiner Meinung nach gut gelungen.« Da ist was dran.

Aber was ist mit denen, die sich mit dem Rot nicht „identifizieren“ können? Die gewöhnen sich vermutlich daran. Früher oder später. Bestimmt auch die, die sich einen Anstrich gewünscht haben, der wie ein Fachwerk aussieht. Das waren übrigens nicht wenige.

Stellen wir uns mal vor, wir wären mutig gewesen, und hätten das Rathaus mit schrillen Farben und Motiven bemalt, was wäre dann passiert? Möglicherweise hätten sich noch weniger Bürgerinnen und Bürger damit identifiziert. Anfangs. Und später? Viel später?

Was ich damit sagen will: Wie suchen immer was wir kennen. Und wenn vermeintlich Neues für die Early Adopter längst ein ausgelutschter Hut ist, fangen wir langsam an es zu akzeptieren, uns damit zu identifizieren.

Sind wir mutig, flexibel, experimentierfreudig?