Gefangen in einem Netzstrumpf

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Ein Baunetz vor dem Fenster

Dieses Kunstwerk, das unser Rathaus seit einigen Wochen ziert, hat schon einen Hauch von Erotik. Mann fühlt sich, als würde er die Welt durch einen Netzstrumpf betrachten. Das hat was! Das beflügelt die Phantasie! Und davon braucht es im Rathaus bekanntlich eine Menge.

Okay, der Strumpf trübt zwar ein wenig den Ausblick, aber dafür eignet er sich auch hervorragend als Insektennetz. Denn in diesem Jahr habe ich in meinem Büro noch keine Mücke entdeckt!

Ansonsten läuft alles wie immer: prima!

Beispiel 1:
Ein typisches Telefonat, oder: Ich mag Musik nur wenn sie laut ist!

»Oh! Ich höre es schon! Sie sind gerade auf einer Baustelle! Ziemlichen Lärm haben Sie da im Hintergrund! Darf ich Sie später noch mal anrufen?!« »Das dürfen sie gern! Aber das ändert nichts an der Background Musik! Die läuft hier ständig! Und wir drehen die immer so weit auf.«

Beispiel 2:
Der Weg zur Toilette, oder: Zu kompliziert für das Navi

»Entschuldigen Sie, wo finde ich hier die Toiletten?«, fragt mich ein Rathaus-Besucher. »Drüben auf der anderen Straßenseite, im Hotel Stadt Lügde. Hier haben wir so einen Luxus gerade nicht«, antworte ich. Der Gute sieht irritiert aus, und ich beginne meinen Text herunterzuspülen: »Sie gehen einfach eine Etage tiefer in das neue Großraumbüro. Dort bitten Sie um den Schlüssel für die Toilette. Wenn mit dem Schlüssel nicht gerade jemand zur Toilette unterwegs ist, müssen Sie sich nur noch mit Namen und Adresse in eine Liste ein…« Der Besucher winkt ab: »Lassen Sie mal! Vielen Dank für Ihre Mühe!«, und geht weiter. »Da nicht für.« Er hört es nicht mehr. Die „Musik“, Ihr versteht?

Aber ich will mich nicht beschweren. Unsere Rathaus-Baustelle ist wirklich ein Abenteuerarbeitsplatz. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken. Zum Beispiel stramme Männerbeine im oberen Fensterdrittel …

Beine vor einem Fenster