Förster, mein Förster

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Buchdeckel vom Roman Förster, mein Förster

Keine Ahnung, wo ich die Rezension zu dem Roman gelesen habe. Aber sie prophezeite etwas wie freche, kernige Dialoge. Und es war der Titel des Romans von Frank Goosen, der mich zum Kauf des Buches reizte: Förster, mein Förster.

»Und?«, fragte Förster. »Irgendwas Neues aus dem Reich der wohlstandsverwahrlosten Jugendlichen?« […] »Hast du in letzter Zeit was von deiner Mutter gehört?«
Finn seufzte, und Förster dachte: Wie der so seufzt, komme ich mir vor, als wäre ich sechzehn und er neunundvierzig, als wäre ich der unreife Bengel, dem man alles tausendfach erklären muss.
»Sie denken zu konventionell.«
»Schlimm, oder?«
»Passiert denn nichts Originelles in Ihrem Leben, irgendwas Schräges?«
»Am Sonntagmorgen habe ich einen Hamster gefunden.«
»Das ist ein Anfang.«
»Finn?«
»Ja, Herr Förster?«
»Sind alle in deinem Alter so schlau?«
»Offenbar nicht, sonst würden sie nicht mit dem Vater ihres Freundes ins Bett gehen.«
»Wenn du die Jugend von heute bist, dann muss uns Alten nicht bange sein, oder?«
»Brauchen Sie jemanden, der Sie später pflegt?«
»Willst du den Job haben?«

Frank Goosen in seinem Roman: Förster, mein Förster, aus den Seiten 78, 79, und 80

Ob Frank Goosen bei der Wahl des Titels auch an das Gedicht von Walt Whitman O Captain! My Captain! und oder an den Roman Der Club der toten Dichter gedacht hat, weiß ich nicht. Ich habe, bis auf den Titel, auch keine Parallele entdeckt, die ich nicht zu weit hergeholt finde.

Wie auch immer, mir hat es Spaß gemacht „Förster, mein Förster“ zu lesen. Auch wenn einzelne Handlungen mitunter scheinbar sehr schräg, inszeniert daherkommen, sind sie es meines Erachtens nicht. Das Leben kennt und kann alle Kapriolen. – Und ja, die Dialoge der Protagonisten sind bisweilen wirklich herrlich.