Extrem laut und unglaublich staubig

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In den Staub auf einem Tisch wurde Rathausstaub geschrieben

Wenn wir uns in fünf Jahren über die Sanierung des Lügder Rathauses unterhalten werden, was ist dann noch in Erinnerung?

Das ist der Grund, warum ich hier darüber schreibe. Mir geht es um Dokumentation. Wobei ich mich eben nicht auf Zahlen konzentriere.

Mir geht es auch um Authentizität. Wenn ich das Wort Dokumentation höre, denke ich auch zunächst an eine Sammlung von Fakten. Das Lesen von nüchternen Faktensammlungen kann aber sehr mühsam werden. Wenn man jedoch Dokumentationen mit Sinneseindrücken ergänzt, fällt es dem Leser möglicherweise leichter die geschilderten Geschehnisse nachzuvollziehen. Auch Anekdoten lassen Dokumentationen lebendiger werden.

— soheit.de: Warum es sich lohnt, im Netz zeitnah zu dokumentieren

Zunächst: Was habe ich mit der Rathaussanierung zu tun? Nun, ich bin ein bloggender Sachverarbeiter. Und ich kann Euch berichten, dass die Sanierung des Rathauses eine unglaublich laute und staubige Angelegenheit ist – nach wie vor, auch noch in der 39. Kalenderwoche 2016.

Staubpflanze

Ja nun. Das ist auf Baustellen so. Lärm, Dreck und Staub gehören dazu. Aber: Wenn der normale Rathausbetrieb – so mit Gesprächen, Akten, Hightech – konzentriert weiterlaufen soll, ist das schon eine Herausforderung. Ein Beispiel aus meinem Ressort: Der Serverraum ist umgezogen. Sämtliche EDV-Leitungen wurden erneuert und neu verlegt; ebenso die meisten Stromleitungen. Und trotzdem sollten alle SachbearbeiterInnen ohne Probleme weiterarbeiten können. Sie sollten auf alle Programme und Drucker zugreifen können, und sie sollten natürlich auch weiter telefonieren können, obschon nebenbei die Telefonanlage und die Telefone ebenfalls erneuert wurden. Bis auf wenige, aber notwendige Ausnahmen hat das auch prima geklappt.

Dennoch: Meistens kann man den Lärm und den permanenten Staub hinnehmen, aber mitunter geht das auch ziemlich an die Nerven. Weil es schwer ist, sich dabei ständig zu konzentrieren, weil es oft nicht möglich ist, ein Gespräch oder Telefonat zu führen wenn eine Flex sich kreischend in den Beton reißt, oder wenn mit einem Bohrhammer im Raum nebenan einen Türdurchbruch geballert wird. Meistens habe ich das mit Galgenhumor hingenommen. Meistens …

Aber den BesucherInnen des Rathaus ging das mitunter nicht anders. Viele konnten sich beim Betreten der Baustelle nicht vorstellen, dass sie richtig sind, dass sie hier ihren Antrag abgeben können. Sie sahen Handwerker in Schutzanzügen und Staubmasken mit Bohrhämmern und anderem schweren Gerät und konnten, wenn sie ihre SachverabeiterIn endlich gefunden hatten es nicht fassen: »Hier arbeiten sie?! Ich könnte das nicht!« Wobei sie ebenso wie wir gegen den Baustellenlärm anbrüllen mussten.

Ja, wir sind mittlerweile recht geübt in Verwirr-Spielchen. Weil ja alle Räume irgendwann saniert werden müssen, müssen auch die SachbearbeiterInnen ständig umziehen. Viele sogar zwei Mal. Und oft sah es wirklich so aus, als ob der Rathausbetrieb eingestellt wurde (siehe zum Beispiel das obige Foto im jenen Text).

Das Außengerüst am Rathaus ist vor einigen Wochen abgebaut worden. Dafür ist vor zwei Wochen das große Treppenhaus eingerüstet worden. Das, weil der Unterbau der Etagendecken erneuert und mit Strippen vollgepackt wird, aber auch um große Entlüftungsschlitze in die Betondecke zum Dachboden zu „sägen“. Schlussendlich sollen diese Maßnahmen vor allem einen besseren Brandschutz gewährleisten, aber auch für eine bessere Ausleuchtung des Treppenhauses sorgen (vermute ich jedenfalls).

PS: Eine Übersichtsliste mit Links zu allen Texten zum Thema gibt es hier: Rathaussanierung Lügde.

PPS: Habt Ihr es bemerkt, die Überschrift habe ich von einem Romantitel stibitzt und etwas modifiziert: Extrem laut und unglaublich nah.