Es macht keinen Sinn, den „Heuhaufen“ zu vergrößern

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Ein Schlüsselloch

Ich muss noch mal auf das Thema Datenschutz zurückkommen – und darauf:

Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten hat Sicherheit Vorrang.

— Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Quelle: tagesschau.de, 22.3.2016

In seiner gestern veröffentlichten Kolumne schreibt Sascha Lobo dazu:

Als seien grundgesetzliche Werte eine Art Schmuck, den man eben abnimmt, wenn es ernst wird.

— Sascha Lobo: Terror und Datenwahn: Tiefgreifendes, strukturelles, multiples Staatsversagen, spiegel.de, 30.3.2016

Das Fazit seiner Recherchen hat er auf Twitter so zusammengefasst:

Wieviele IS-Terroristen (seit 2014, EU) waren den Behörden vorher bekannt? Ach, nur 100% – http://1.ly/terroristen

— Sascha Lobo: twitter.com/saschalobo, 30.3.2016

Es ist paradox. Auf der einen Seite werden Datenberge angehäuft, aber bereits dafür fehlt das Personal diese zu nutzen. Und auf der anderen Seite wird als Lösung vorgeschlagen, noch mehr Daten zu sammeln.

[…] wer die Nadel im Heuhaufen finden will, tut sich keinen Gefallen damit, den Heuhaufen immer weiter zu vergrößern.

— Volker Tripp: Anschläge von Brüssel: Weniger Datenschutz bedeutet nicht mehr Sicherheit, digitalegesellschaft.de, 24.3.2016

Sascha Lobo konstatiert daher:

Niemand, der bei Sinnen ist, kann etwas gegen die gezielte Überwachung von Verdächtigen haben - aber das angewendete Generalrezept ist: mehr flächendeckende, anlasslose Überwachung der gesamten Bevölkerung, weniger Bürgerrechte für alle.

— Sascha Lobo: Terror und Datenwahn: Tiefgreifendes, strukturelles, multiples Staatsversagen, spiegel.de, 30.3.2016

Es macht keinen Sinn, den „Heuhaufen“ zu vergrößern – im Gegenteil.