Ein lippisches Kleinod

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Schwalenberg: Eine Burg auf einem Berg

Entschuldigt bitte die Überschrift. Sie klingt nach Marketingsprech, ich weiß. Aber: Sie passt trotzdem.

Worum geht es? Um die Fortsetzung eines Liebesromans. Wer den ersten Teil verpasst hat, bitte hier entlang: Das „bunt“ aus bbb.

Der Name des Kleinods lautet: Schwalenberg. Im ersten Teil habe ich Euch kurz den Ort vorgestellt. Heute möchte ich Euch von dem Drumherum den das Örtchen zu bieten hat begeistern.

Das Gebäude oben auf dem Foto zeigt die Burg Schwalenberg.

Die Burg Schwalenberg liegt auf einem Hügel über der Stadt Schwalenberg. Die Höhenburg wurde von den Grafen von Schwalenberg im 13. Jahrhundert erbaut. Sie wurde vom Haus Lippe im 17. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise grundlegend umgebaut. Heute befindet sich dort ein Hotel und ein Restaurant, die allerdings geschlossen sind (das Gebäude steht zum Verkauf).

— de.wikipedia.org: Burg Schwalenberg

An der unteren Hälfte des Hügels, schmiegt sich der Ort Schwalenberg.

Schwalenberg: Ein Ort am Fuße eines Berges

Aus dieser Perspektive oben, befindet sich die Burg oben links. Solche herrlichen Motive bekommt Ihr an vielen Stellen geboten, wenn Ihr mal das Drumherum des Ortes erwandert. Wobei es reichlich Möglichkeiten gibt, die Ausblicke in Ruhe zu genießen.

Schwalenberg: Eine Landschaftsliege, eine Bank auf der man fast flach liegen kann.

Auch Schwalenberg ist von diesen neumodernen Landschaftsliegen nicht verschont geblieben. (Ich finde die so bescheuert, dass ich auch so ein Teil auf meinem Balkon stehen habe.)

Schwalenberg: Eine Baumgruppe mit knorrigen Stämmen.

Die eifrigen Leserinnen und Leser unter Euch kennen ihn schon, meinen Faible für Bäume. Ich kann Euch daher Fotos von selbigen einfach nicht ersparen. Ergo: Es gibt auch reichlich Wald in Schwalenberg. Und Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie der heißt …

Kürzlich erzählte mir jemand eine Geschichte, von der ich nicht weiß ob sie wahr ist. Darin geht es um einen uralten, umfangreichen, hohen Baum, der irrtümlich gefällt wurde. Das ist peinlich und ärgerlich. Und menschlich. – Aber nicht wiedermachen! Hörst du!

Schwalenberg: Aus einem Baumstumpf wächst ein kleiner Baum.

Ob es sich bei dem Baumstumpf oben auf den Foto um die Reste jenes Baumes handelt, der da viel zu früh aus dem Leben geschieden wurde – keine Ahnung. Aber wie Ihr schön erkennen könnt, die nächste Generation ist schon da.

Und jetzt zu einer weiteren Besonderheit.

Schwalenberg: Ein Bach fließt entlang eines Weges.

Der kleine „Bach“ in dem Bild ist „ein hervorragendes technisches Zeugnis der Baukunst aus dem Mittelalter.“ Denn das ist das „Stadtwasser Schwalenberg“.

Es wird vermutet, dass die seinerzeit in der Region ansässigen Mönche des Zisterzienserordens das Stadtwasser angelegt haben, ohne dass eine genaue Datierung möglich wäre.

— Historische Stadt- & Ortskerne in NRW: Denkmal des Monats - August 2011

Schwalenberg: Ein Bach fließt entlang eines Weges.

Kurios an dem Stadtwasser ist:

Die geringe Strömung vermittelt den Eindruck, als fließe das Wasser bergan. Diese optische Täuschung entsteht, wenn man den Verlauf des Wassergrabens in Fließrichtung verfolgt und die Topographie des Burgberges beachtet.

— Historische Stadt- & Ortskerne in NRW: Denkmal des Monats - August 2011

Das ist wirklich so. Ich habe mich schon mehrmals versichert, indem ich ein Blatt auf die Wasseroberfläche gelegt habe.

Schwalenberg: Ein Bach fließt entlang eines Weges.

Gespeist wird der kleine offene Kanal aus der Magdalenenquelle, etwa 900 Meter von der Ortsmitte entfernt. Doch dazwischen befindet sich das tiefe Tal des Lippebaches. Hinzu kommt, dass die Quelle nur wenig höher liegt als der Ortskern. Somit boten sich seinerzeit zwei Möglichkeiten an, das Wasser in der Stadt zu nutzen, entweder durch Überbrückung des Lippebaches oder durch Umgehung des Lippebaches. Man entschied sich für die Umgehung. Diese erforderte einen etwa 2,2 Kilometer langen offenen Wassergraben.

— Historische Stadt- & Ortskerne in NRW: Denkmal des Monats - August 2011

Schwalenberg: Eine Quelle in einem Berghügel.

Was ich schade finde, dass es zum Thema Stadtwasser Schwalenberg nur so wenig Informationen gibt. Auch von der Stelle, wo ich eigentlich die Quelle der Informationen erwarten würde.

Aber weiter im Text: In Schwalenberg und Umgebung findet Ihr reichlich und wunderschöne Wanderwege. Hier mal eine kleine Palette aus dem Angebot des TEUTO_Navigators.

Hatte ich schon erwähnt, dass wir, Schieder-Schwalenberg und Lügde, uns neben der Herlingsburg einen weiteren „Berg“ teilen? Jene sagenumwobene Hochfläche namens Mörth? – Ja? Dann eben zur Wiederholung:

Das Mörth ist ein ehemaliges Plateauregenmoor im Schwalenberger Wald, Stadt Lügde und Stadt Schieder-Schwalenberg, Kreis Lippe, […]. Der Name leitet sich aus dem lippischen Niederdeutsch ab und bedeutet ‚Moor‘. […] Das Mörth liegt auf einer Hochfläche im Weserbergland in einer Höhe von bis zu 446 m ü. NN zwischen den Orten Schieder, Schwalenberg, Rischenau und Elbrinxen.

— de.wikipedia.org: Mörth

Also: Während auf Lügder Seite die Ortsteile Harzberg, Elbrinxen und Rischenau am Fuße des Mörths kleben, heften auf der anderen Seite der weithin sichtbaren Erhebung die Ortsteile Schieder, Brakelsiek und Schwalenberg. Ein großer Teil des Mörths ist übrigens Naturschutzgebiet. Und das Naturschutzgebiet Schwalenberger Wald, wir sprachen drüber, ist immerhin 2.924 Hektar groß.

Und weil ich unsere Landschaft hier so sehr ins Herz geschlossen habe – nochmal ein Foto vom Stadtwasser Schwalenberg.

Schwalenberg: Ein Bach fließt entlang eines Weges.

Bleibt dran. Ich bin noch nicht durch, mit dem lippischen Kleinod …