Das ist Kunst! Oder?

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Eine Brille liegt auf dem Rasen

Wenn ich über Kunst fabuliere, reagieren einige Mitmenschen auch schon mal mit Empörung. »Kunst hat etwas mit außergewöhnlichem Können zu tun!«, rufen sie mir dann zu. Den Blick leicht gen Himmel gewandt, schildern sie mir anschließend mit formvollendeter Verklärung, was sie unter Kunst verstehen.

Selbstverständlich kann Kunst auch das Ergebnis von außergewöhnlichem Können sein. Es kann aber auch ganz schlicht das Ergebnis von Überzeugung sein: Das ist Kunst!

Pfiffig wie wir alle sind, fragen wir dann aber auch: »Wer sagt das?« Wer ist da der Überzeugung: „Das ist Kunst!“? Der Künstler, die Betrachter des Werkes – oder beide?

Hier ein Beispiel, von dem ich gestern gelesen habe: Jugendlicher legt im Museum eine Brille auf den Boden – die Besucher halten das für Kunst. Ja Leute, das ist auch Kunst!

Also ich finde derartige Kunst höchst inspirierend. Voilà:

Eine Brille liegt auf dem Rasen. Das Foto ist auf den Kopf gedreht.

Okay, anders als Georg Baselitz, der seine Bilder, die „auf dem Kopf stehen“, „auf dem Kopf stehend anlegt und dieses dann ebenso malerisch ausführt“, habe ich das Foto einfach mittels Software gedreht. Soll heißen, ich habe für das Foto den Rasen in meinem Garten nicht auf den Kopf gestellt, und anschließend daran die Brille gehängt. Das war mir echt zu aufwendig.

Das ist Kunst! Oder?

PS: Ihr möchtet auch KünstlerIn werden und wünscht weitere Anregungen? Bitteschön!