Schau dir mal blog.fefe.de an

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In dieser Woche feierte das Blog von Felix von Leitner (Fefe) – blog.fefe.de – sein zehnjähriges Jubiläum, woraufhin Fefe viele „Zuschriften“ auch von bekannten Internetaktivisten wie Markus Beckedahl (G), Sascha Lobo (G) und Frank Rieger (G) erhielt. Auch wenn es hier darum nicht geht, es lohnt sich, deren Gastbeiträge (G) zum Jubiläum zu lesen.

In dem Artikel zum Jubiläum schreibt Fefe:

[…] Bei den Medien erging es mir nicht viel besser. Es gibt da einen Effekt, den ihr sicher alle schon mal an euch habt beobachten können. Man liest Zeitung, und auf Seite 5 ist ein Bericht über etwas, womit man sich auskennt. Und der ist grottenschlecht. Abgrundtief schlecht. Da stimmt gar nichts. Keine Fakten, alles Andeutungen und missverstandene Aussagen anderer, die sich womöglich auch nicht auskennen. Furchtbar. Man runzelt die Stirn, blättert um, findet dort einen Artikel über etwas, mit dem man sich gar nicht auskennt, und glaubt dem sofort wieder. Die werden schon wissen, wovon sie da schreiben.

Seit ich auf diesen Effekt aufmerksam gemacht wurde, achte ich da ein bisschen drauf. Und ich achte generell auf Vertrauen. Wem vertraue ich eigentlich? Warum vertraue ich dem? Wem vertrauen die Leute da draußen? Und je länger ich das beobachte, desto klarer wird mir, dass wir heute viel weniger Vertrauen als früher haben, allgemein gesprochen. […]

— Beitrag von Fefe zum zehnjährigem Jubiläum von blog.fefe.de

Ja, die Geschichte mit dem Vertrauen. Hatte ich hier auch schon mal. Ich komme nachher noch mal kurz darauf zurück.

Warum erzähle ich von dem Jubiläum? Das Blog von Fefe habe ich schon unzählige Male als Beispiel gebracht: „Schau dir mal blog.fefe.de an. Diese Website hat mehr Leserinnen und Leser als sämtliche Internetangebote im Umkreis von 30 Kilometern. Wenn Fefe auf Lügde.de verlinkt weil ihm dort etwas aufgefallen ist, brechen die Server vom Rechenzentrum in Lemgo zusammen.“ (Natürlich nicht von dem Link, sondern von den Besucherinnen und Besuchern seines Blogs, die dem Link folgen.) Ja, ja, ich weiß, dass ich diese Behauptungen nicht belegen kann.

Worum es mir bei den (übertriebenen) Aussagen geht ist, eine Größenordnung vorstellbar zu machen. Aber was dabei so interessant ist, Fefe schafft das, obwohl sein Blog nahezu ohne Design auskommt. Viele Leute glauben, eine Website sei nur erfolgreich wenn dort reichlich Fotos und Grafiken untergebracht sind. Und auch dass die Startseite total ansprechend sein muss, sei extrem wichtig. Und nun schau dir mal blog.fefe.de an – die Startseite, und die vielen Bilder …

Markus Beckedahl von netzpolitik.org schreibt in seinem Gastbeitrag zum Jubiläum:

Happy Fefe! Seit zehn Jahren beweist er mit seinem Blog, dass Design nicht notwendig ist, um ein Medium mit Massenreichweite aufzubauen. Obwohl nur ein Klick das Blog auch schöner macht. Und dann Medienkompetenz gefragt ist, um das Design wieder auf den ursprünglichen Zustand zurückzustellen.

Dass dieses Blog gelesen wird, sehen wir regelmäßig in unseren Statistiken auf netzpolitik.org. Nur Facebook, Twitter und Google liefern mehr Besucher. Glaubt Ihr nicht? Ist so. […]

Gastbeitrag Markus Beckedahl in blog.fefe.de

Noch mal ein Hinweis auf die Größenordnung von der hier die Rede ist: netzpoltik.org ist eine der großen netzpolitischen Websites in Deutschland …

„Aber Du kannst doch nicht blog.fefe.de mit luegde.de, der Website der Stadt Lügde vergleichen“, bekomme ich manchmal zur Antwort. Stimmt. Aber lernen können wir schon, wenn wir das beobachten:

Wer regelmäßig informiert und dabei auch Hintergründe und Zusammenhänge herausstellt, kann auch ohne Weihnachtsbaumgebamsel Leserinnen und Leser gewinnen. – „Der hat eine ganz andere Zielgruppe!“ Jaein. Denkt an die Schnittmengen, die werden oft unterschätzt. Aber unabhängig davon: Dieses Gegenargument ist typisch. Viele Betreiber von Websites haben sich in ihrer Stagnation eingerichtet. Verteidigt wird sie gern mit selbsterfüllenden Prophezeiungen. Sie versuchen es gar nicht erst, Energie darauf zu verwenden mehr und besser zu informieren. Zu erkennen ist das am: „Ja, aber …“

Ein weiterer wichtiger Aspekt für eine erfolgreiche Website ist meines Erachtens: Authentizität. Was ich damit meine, habe ich hier schon in verschiedenen Artikeln beschrieben. Vielleicht fasse ich das später noch mal zusammen. Hier nur so viel: Mit Authentizität lässt sich Vertrauen gewinnen. Ist Fefe, ist blog.fefe.de authentisch? Ich denke schon. Verfolgt einfach mal über längere Zeit seine Beiträge.