Ratgeber für Yogis, Teil 1

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Ein Turm aus einzelnen, übereinander gestapelten
Steinen.Haus-Lhadse

Wenn man wie ich ein altgedienter, gemeiner Yogi-Schüler ist, und das auch noch jedem auf die Nase bindet der das schon immer nicht wissen wollte, dann muss man mit allem rechnen. Zum Beispiel dass es Leute gibt, die die enorme Wirkungskraft von Yoga ständig in Frage stellen. Oder solche, die genau das Gegenteil annehmen; die davon überzeugt sind, Yogis seien eine Art Highlander.

Wie geht Yogi damit um? Wie reagiere ich als Yogi darauf? Schwierige Fragen. Hier ist Erfahrung gefragt. Und genau an solchen neuralgischen Punkten möchte ich mit meinem kleinen Ratgeber für Yogis ansetzen.

Im ersten Teil beschäftige ich mich mit Schmerzen – im Allgemeinen und im Besonderen.

Wir Yogis wissen sehr genau: Wir sind auch nur Menschen. Die Folge: Yogis können Schmerzen haben; Kopfschmerzen, Bauchschmerzen – solche Sachen. Schmerzen sind erlaubt. Auch bei Yogis. Leider hat sich das noch nicht ganz rumgesprochen. Viele unserer Mitmenschen da draußen glauben immer noch: Ein Yogi kennt keinen Schmerz! Wie ein ehernes Gesetz hat sich das in ihren Köpfen festgesetzt.

Ein Mensch der Yoga übt und Schmerzen hat, ist für sie ein Paradoxon. Sage also nie: »Uhh, ich habe Rücken!« Denn dann kommt garantiert: »Das geht nicht, du machst Yoga!« Was so viel heißt wie: Ich glaube dir kein Wort! Mach weiter!

Doch es gibt auch Mitmenschen, die das Paradoxon bereits aufgelöst haben. Aber Obacht! Lasse Dich davon nicht verleiten, sie von Deinen Schmerzen in Kenntnis zu setzen. Denn unter ihnen weilen Übellaunige, die Yoga mit einer ganz fiesen Variante in Frage stellen. »Du hast Knieschmerzen?! Das kommt von deinem [PIEP!] Yoga!«

Mein Rat:

Wenn Du Schmerzen hast, behalte das für Dich. Bediene stattdessen das Klischee. Setze einen Blick auf, als hättest Du gerade ein Feld Hanf abgegrast, lass ein gleichmütiges Lächeln Deinen Mund umspülen und murmele guttural das Om – ungefähr dreimal. Atme in den Schmerz hinein.

Anschließend gehe zur Ärztin Deines Vertrauens. Erwähne auch dort nichts von Deiner Yogapraxis (sonst: siehe oben).

Wundere Dich jedoch nicht, wenn Du sie oder ihn sagen hörst: »Haben sie schonmal in Erwägung gezogen Yoga zu machen? Das ist unglaublich gut für die Gesundheit!« Antworte mit einer Gegenfrage: »Ist Step-Aerobic auch okay?«


Und denk daran, übertreibe nichts, auch Yoga will dosiert eingenommen werden – sonst: Mann erleidet Burnout-Syndrom wegen zu viel Yoga und Meditation.