Persönliches im Netz?

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Pflastikblumen an
KaffeetassePflastikblumen an Kaffeetasse

Natürlich frage ich mich oft: Schreibe ich das, oder ist das zu persönlich? In der Vergangenheit habe ich mich häufiger für „besser nicht“ entschieden. Obwohl ich mir damit selbst widerspreche: Denn wie oft habe ich hier schon von Transparenz und Authentizität geschrieben?

Kein Mensch ist perfekt. Kein Mensch ist jeden Tag gut drauf. Kein Blogger schreibt nur geile Texte. Ein vielleicht etwas abgedrehtes Beispiel: Vor etlichen Jahren fragte mich jemand, warum alle Julia Roberts so toll finden, die habe doch einen viel zu breiten Mund. Woraufhin ich antwortete: Vielleicht gerade deswegen. Wir sozialisieren uns über unsere Schwächen und Parallelen. Ein Mensch der in jedem Bereich perfekt ist, würde mich beängstigen.

Ich glaube: Je mehr Informationen ich über einen Menschen habe, über seine Eigenarten, seine Schwächen, seine Fehler – desto größer die Chance, dass ich ihm vertraue, dass ich Nähe zu ihm herstelle, ihn häufiger kontaktiere – desto größer die Chance, dass ich mich mit ihm vernetze. Oder umgekehrt: Je weniger ich jemanden einschätzen kann, desto größer die Distanz, die ich zu ihm wahre. Das Thema Filterblase klammere ich hier mal aus.

Vor ein paar Tagen las ich über Jeff Jarvis:

Später teilte er sogar sein Prostata-Krebsleiden mit seiner großen und ständig wachsenden Community (allein mehr als 150.000 Twitter-Follower). An einem öffentlicheren Leben im Internet sehe er persönliche und soziale Vorteile, so Jarvis.

Jeff Jarvis zur Zukunft des Journalismus: „Facebook und Google wissen mehr über unsere Leser als wir selbst“

Via Twitter wurde ich heute auf diesen Text aufmerksam:

Das Zeigen von Persönlichkeit und Empathie sind eine wichtige Voraussetzung für das erfolgreiche Arbeiten in der digitalen Welt. Im normalen (Offline-)Gespräch erzähle ich etwas Persönliches, teile Geheimnisse, um darüber Nähe und vielleicht sogar Freundschaften herzustellen. Dabei entscheide ich jedes Mal selbst, wie weit ich jemanden ins Vertrauen ziehe. Darüber mache ich mir natürlich in der digitalen Öffentlichkeit ebenfalls Gedanken.

Klaus Eck: Die digitale Nähe in der Arbeitswelt

Und dann prognostiziert Klaus Eck:

Wer Angst vor der Online-Öffentlichkeit hat, dürfte es in Zukunft eher schwer haben.

Klaus Eck: Die digitale Nähe in der Arbeitswelt


PS: Nachdem ich mich bereits als Teetassenfotograf geoutet habe, oben das Pendant: Ich tu auch Kaffeetassen knipsen. Besonders, wenn sie mit farbenfrohen Plastikblumen arrangiert sind.