Engagement, ruppiges

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PalmenRegenzeit im Dschungel nebenan

Till Schweiger habe vielen Schweigern im Land aufgezeigt, was ruppiges Engagement bringen kann. Das sei ein erster Schritt, der ganz ohne Häme Respekt verdiene – habe ich eben in einem Artikel der Pyrmonter Nachrichten gelesen.

Engagement, ruppiges – das zeigen zurzeit viele beim Thema Flüchtlinge – die einen, wie die anderen. Es sei Zeit den Mund aufzumachen, Haltung zu zeigen – ist aus beiden „Lagern“ zu hören.

Mir macht das Sorgen. Ich bin ein „Schweiger“ – ein „Till“. Aber ich mag kein ruppiges Engagement. Ich mag es nicht, weil ich selbst dazu neige. Alle die mich kennen, oder ab und an mal in diesem Blog lesen wissen, ich bin oft ruppig.

Und immer, wenn mal wieder die Pferde mit mir durchgegangen sind, erkenne ich, dass es nicht das ist was ich will. Ich will nicht schreien, ich will auch nicht ätzen, mich nicht abfällig äußern. Denn mir ist vollkommen klar, dass ich mit ruppigen E. niemanden überzeugen kann. Im Gegenteil. Meistens habe ich damit die Menschen gegen mich aufgebracht; nicht selten auch die, die zuvor auf meiner Seite standen.

Ruppig – egal in welcher Form – polarisiert, spaltet, trennt. Immer. Und ich glaube, dass wir das gerade nicht brauchen – nicht, wenn es um die Menschen geht, die aus Not zu uns kommen.

Leider bin ich nicht der geborene Erklärbär. So sehr ich mir auch jetzt wünsche, einer zu sein. Ich möchte nachvollziehbar erklären können, warum die Menschen zu uns kommen. Dass sie sich so verhalten, wie wir es auch täten, wären wir in ihrer Situation. Das jeder einzelne von uns auch dazu beigetragen hat, dass Menschen auf dieser Erde leiden. Dass wir viel früher hätten aufstehen müssen – um uns zu informieren, um dann zu argumentieren, zu überzeugen.

Ich wünschte ich könnte ruhig und sachlich fundiert erklären, dass wir uns alle zurücknehmen werden müssen. Denn wir werden lernen müssen zu verzichten, unsere materiellen Ansprüche herunterzuschrauben. Wir werden lernen müssen, weniger zu haben. – Die Frage ist nur, für wen wir das tun. Tun wir es für eine Hand voll Warren Buffett´s, oder tun wir es für alle Menschen – um zu teilen – um zu teilen für eine gerechtere Welt.