Die einen meinen so

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 3 Minuten

Bäume im Gegenlicht der
SonneIm Licht der Februarsonne

Eben habe ich mich darauf aufmerksam gemacht, dass aus dem Artikel „Die anderen meinen so“ nicht so ganz hervorgeht, worum es mir eigentlich geht. Ich möge doch bitte so gut sein, etwas mehr Futter bei die Fische zu geben. Selbstverständlich komme ich diesem meinem Wunsch gern nach. Also:

Kritik ist Leben. Das schrieb ich schon. Vergessen habe ich aber einen anderen Aspekt. Kritik hilft, sich im Leben zu orientieren und einzuordnen. Das ist selbst dann so, wenn mir gesagt wird: „Du bist [PIEP!]“! Dann weiß ich, wo ich justament bei dem Leut dran bin. Aber hilft mir so eine Kritik, mich gegebenenfalls zu verbessern? Nicht wirklich. Dazu müsste mir schon verklärt werden, was genau die Kritikpunkte sind, und aus welchen Gründen ich sie korrigieren sollte.

Fazit: Substanzlose Kritik, Totschlagargumente oder Killerphrasen sind nicht zielführend, bringen meistens keine Verbesserung.

Jetzt zum konkreten Anlass: Immer mal wieder ist in Gremien des Rates der Stadt Lügde Kritik an luegde.de geäußert worden (jüngstes Beispiel). Das Problem: Ich kann daraus oft nicht erkennen, was im Detail verbessert werden soll.

In der Vergangenheit hätten einige Kritiker auf die Websites anderer Kommunen verwiesen: „Die haben das klasse gemacht!“, wurde mir berichtet. Aber welche Punkte genau ihnen besser gefallen haben, welche Dinge auch unter luegde.de implementiert werden sollen, das sagten sie nicht. Also mir nicht.

Kurzer Einschub: Regelmäßige Leserinnen und Leser von soheit.de wissen es längst – ich war im Kreissaal dabei, als luegde.de vor über 10 Jahren das Licht des Internets erblickt hat. Und ich bin es noch. Soll heißen, nach wie vor engagiere ich mich gern für die Website. Und das ich für Kritik offen bin, ist auch unter luegde.de nachzulesen (siehe Artikel vom 2.7.2014 und 19.2.2015). Aber gezielt angesprochen wurde ich von den Kritikern bislang leider nicht.

Vor ein paar Monaten führte ich zufällig ein längeres Gespräch mit einem Ratsmitglied. Auf das Thema angesprochen sagte er mir sinngemäß: »Mensch, füg doch noch ein paar Fotos hinzu und dann ist das in Ordnung. Mehr ist doch gar nicht gewollt.« Ich muss dazu sagen, dieses Ratsmitglied ist den Niederschriften zufolge bislang nicht als Kritiker aufgetreten.

„Zu wenig Fotos vom schönen Lügde“, das ist das, was mir als Hauptkritikpunkt immer wieder zu Ohren gekommen ist. Entsprechend häufig wurde sie ergänzt mit: „luegde.de ist zu textlastig“. Natürlich haben wir die Kritik nicht abtropfen lassen. Wer luegde.de häufiger besucht, oder luegde.de abonniert, der wird das vielleicht bemerkt haben.

Wie gesagt, von luegde.de´s Kritikern bin ich bislang nicht angesprochen worden.

»Volker, du bist der Sachverarbeiter. Du musst auch professionell mit Kritik umgehen. Sprich du die Kritiker an. Bitte sie, ihre Kritik, ihre Anforderungen zu konkretisieren«, meinte kürzlich ein guter Freund zu mir. Recht hat er. Statt selbst auf die Kritiker zuzugehen, habe ich hier, unter soheit.de, Artikel zu den Kritikpunkten (Beispiel) geschrieben, die ich aus ihren Äußerungen herausfiltern konnte. Mein Fehler. Ich kombinierte: Es geht um Lügde, um die Website dieser Stadt, um luegde.de, es geht um Internet – und dort im Netz, wo es jeder lesen kann, antworte ich. Ein Trugschluss.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich mich hier mit der Problematik auseinandersetze. Sie ist, wie ich finde, wieder ein gutes Beispiel für ein Thema, womit ich mich hier schon häufiger auseinandergesetzt habe: Wer ist das: „Die Stadt!“? Ist das das Rathaus? Und wer ist das Rathaus? Die VerwaltungssachverarbeiterInnen oder die PolitikerInnen? Oder beide? Und was sind dann die Einwohnerinnen und Einwohner? Sind die nicht die Stadt?

Ich denke die Stadt – Lügde – liegt uns allen am Herzen. Viele Einwohnerinnen und Einwohnertragen tragen dazu bei, dass es Lügde, dass es uns besser geht. Und damit das bestmöglich gelingt, ist eine wertschätzende Kommunikation ohne unnötige bürokratische Hürden, also vermeintliche Hierarchien von Vorteil. Daran sollten wir arbeiten. Ich auch.