Der Tod ist ein bleibender Schaden

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Ein Stück Käse, in dem ein Messer
stecktDer Gouda-Mörder

Warum lassen sich davon so viele Menschen (ich mich auch) fesseln? Gesund finde ich das nicht. Sollte ich darüber psychologieren? Besser nicht. Der Schuss könnte nach hinten losgehen.

Womit ich gleich beim Thema bin: Kriminalromane. Hier ein paar aus meinem Büchergewühl, die ich jüngst gelesen habe:

Alle fünf Romane machen Spaß zu lesen. Weil heute Sternchen-Samstag ist, bediene ich mich mal ihrer und werfe mit ein paar von ihnen um mich: Drei Sternchen für alle!

Was den Punkt Spannung angeht, bekommen der Fledermaus- und der Schneemann von Jo Nesbø jeweils ein Zusatzsternchen. Macht für die Romane summa summarum jeweils vier Sterne.

Auffällig ist bei allen Büchern, dass die Protagonisten auffällig sind. Das scheint mir heutzutage eine typische Basismixtur für Kriminalromane zu sein. Horst Schimanski lässt grüssen. Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt haben dafür Sebastian Bergmann, den „brillanten Kriminalpsychologen und berüchtigten Kotzbrocken“, und Jo Nesbø den nicht ganz trockenen Alkoholiker, Hauptkommissar Harry Hole kreiert.

Eoin Colfer hat dafür Dan McEvoy erschaffen. Früher hat McEvoy sich als Soldat in der Friedenstruppe im Libanon verdingt. Zurück in New Jersey „stolpert“ er die Karriereleiter vom Türsteher zum Gangster hoch. Trotzdem müssen wir ihn den Guten zurechnen. Denn wenn er narkotisiert von zwei Polizisten mit Vorliebe für Latexanzüge in einen Ledertanga gezwängt wird, und diese im Aufwachen mit übergroßen Dildos verprügelt, haben sie sich das auch ein bisschen verdient. Und selbst als diese Szene heimlich gefilmt und Danny-Boy dadurch unfreiwillig zum YouTube-Video-Star wird, bleibt er bescheiden (sprich: stinksauer).

Ihr merkt schon, die Romane „Der Tod ist ein bleibender Schaden“ und „Hinterher ist man immer tot“, lassen sich nicht eindeutig dem Genre Kriminalroman zuordnen. Es sind eher Gaunerkomödien, gespickt mit reichlich maroden, exotischen Charakteren, die sich ohne Bandagen und schusssicheren Westen an die Gurgeln und sonst wohin gehen.

In der Buchhandlung hat frau mir die Bücher mit der Begründung: »Unser Chef ist von den Büchern total begeistert. Er verkauft sie als absolute Männer-Krimis. Männer würden, nein, sie müssen die lieben!«, empfohlen. Also sprach ich: »Wenn das so ist: gekauft!« Aber liebe Kriminalromane und Gaunerkomödien liebende Leserinnen, lasst Euch von der Diagnose nicht abschrecken. Die Bücher sind entzückend. Und dafür gibt es von mir (3 Sternchen minus 0,5 mangels Spannung, plus 2 wegen aufregend schräg, gleich 4,5) vierkommafünf Samstagssternchen!


PS: Wenn Ihr im Zuge Eurer Ermittlungen feststellt, dass heute Sonntag und nicht Samstag ist – dafür gibt es selbstverständlich einen Grund …