Der Breitbandausbau wird auch in Lügde Thema bleiben

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Funkturm,
SendemastSenden, empfangen …

Das Thema Breitbandausbau beschäftigt auch uns Lügder. In den meisten der Lügder Ortsteilen war ein schneller Internetzugang bislang nicht zu bekommen. Mit Geldern des Bundes, des Landes und der Stadt Lügde ist der Breitbandausbau in den vergangenen drei Jahren vorangetrieben worden, sodass sich diese Situation verbessert hat.

Doch: Was ist überhaupt ein schneller Internetzugang? Mit welcher Technik sollte der Breitbandausbau erfolgen? Warum ist der Breitbandausbau so wichtig? Und: Wer ist für die Versorgung mit schnellen Internetzugängen eigentlich verantwortlich? Fragen, die auch hier in Lügde heiß diskutiert werden. Das Netz ist voll von Informationen zum Thema Breitbandausbau. Hier eine kleine Auslese aus dem Vormonat:


digitalegesellschaft.de:

Ein Jahr Digitale Agenda: Kaum Fortschritt, viel Stillstand und verheerende Rückschritte

[…] Bereits das von der Bundesregierung ausgegebene Fernziel des Breitbandausbaus, nämlich die Schaffung einer flächendeckenden Versorgung mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s, erweist sich als zu unbestimmt und nicht zukunftstauglich. […]

Der jüngsten Breitbandstudie des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO) zufolge wird der Bandbreitenbedarf eines durchschnittlichen Netzzugangs im Jahr 2018 bei 100 Mbit/s in Wohngebieten und bei 240 Mbit/s in Gewerbegebieten liegen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Zielvorgabe von 50 Mbit/s weder sinnhaft noch nachhaltig. Hinzu kommt, dass sich diese Vorgabe explizit nur auf die Downloadgeschwindigkeit bezieht. Die gerade für die Industrie besonders wichtige Uploadgeschwindigkeit hingegen findet weder in den Planungen noch in den Umsetzungsmaßnahmen der Bundesregierung irgendeine Berücksichtigung. […]

Der schwerwiegendste Fehler des Ausbaukonzepts der Bundesregierung liegt nach wie vor darin, die flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen im Wesentlichen den Telekommunikationsunternehmen zu überlassen. In einer digitalisierten Gesellschaft stellt der Breitbandausbau jedoch eine zentrale Infrastrukturaufgabe dar, die als Teil der Daseinsvorsorge zunächst dem Staat zufällt. […]

— digitalegesellschaft.de: Ein Jahr Digitale Agenda: Kaum Fortschritt, viel Stillstand und verheerende Rückschritte (19.8.2015)

politik-digital.de:

Smarte Dorfrettung

[…] Diese Forschungsinitiativen zeigen, dass die Zukunft eben doch nicht nur in den Smart Cities liegt, sondern auch Dörfer ziemlich smart sein können. Und irgendwie ist es ja auch echt schön auf dem Land — wenn eben nur das mit dem Handyempfang klappen würde.

— politik-digital.de: Smarte Dorfrettung (27.8.2015)

netzpolitik.org:

Breitbandausbau auf Kosten des Wettbewerbs: Bundesnetzagentur kann sich Umstellung auf Vectoring vorstellen

[…] die Regierung möchte dabei so wenig Geld wie möglich selbst in die Hand nehmen und versucht lieber, Netzbetreiber mit Zugeständnissen wie dem Verzicht auf Netzneutralität dazu zu bringen, in den Breitbandausbau zu investieren. […]

Gerade recht kommt da ein letzten Februar eingereichter Antrag der Telekom Deutschland, knapp 8.000 Hauptverteiler (HVt) auf VDSL2-Vectoring umzurüsten, wodurch sich auf kurzen Distanzen Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s realisieren ließen. Im Gegenzug würde sich die Telekom dazu verpflichten, eine bestimmte Anzahl von Haushalten mit dieser Technik zu versorgen. Derzeit ist die Rede von 6,2 Millionen Haushalten in den Nahbereichen. Der Haken dabei: Auf Vectoring umgestellten HVts kann immer nur ein Netzbetreiber Leitungen zu den Kunden anbieten. Mitbewerber müssten auf gemietete beziehungsweise entbündelte Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) verzichten, auf die sie ein gesetzlich verbrieftes Anrecht haben, und sich auf sogenannte Bitstromzugänge beschränken. […]

Laut einem Bericht des Handelsblatts (Paywall) üben Kanzleramt, Wirtschafts- und Verkehrsministerium Druck auf die Bundesnetzagentur (BNetzA) aus, damit sie dem Antrag stattgibt. Als Grundlage soll ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen der Regulierungsbehörde und der Telekom dienen, der den Anbieter zur Einhaltung des Versprechens verpflichtet. […]

Die angesprochenen Wettbewerber zeigen sich von der Entwicklung alles andere als begeistert. […] Der ehemalige Monopolist versuche mit einer konzertierten Vorgehensweise, „den flächendeckenden Breitbandausbau durch Wettbewerber – insbesondere den Glasfaserausbau bis ins Haus (FTTB/H) – zu behindern und auszuhebeln und ihm die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen“, heißt es in dem Brief, der der Redaktion vorliegt. […]

— netzpolitik.org: Breitbandausbau auf Kosten des Wettbewerbs: Bundesnetzagentur kann sich Umstellung auf Vectoring vorstellen (27.8.2015)

heise.de:

Breko, Buglas und VATM warnen eindringlich vor Re-Monopolisierung des Tk-Markts

Die Telekom möchte die Vectoring-Technik an allen Hauptverteilern in Deutschland allein ausbauen, die Bundesnetzagentur könnte das abnicken. Der Mitbewerb kritisiert: Die Telekom bekäme alle Filetstücke für eine fast wertlose Ausbauverpflichtung.

— heise.de: Breko, Buglas und VATM warnen eindringlich vor Re-Monopolisierung des Tk-Markts (29.8.2015)

netzpolitik.org:

Bundesregierung will Breitbandausbau zur Hälfte bezahlen

[…] Der Ausbau soll „technologieneutral“ erfolgen, was zunächst gut klingt, jedoch Fragen aufwirft. So ist denkbar, dass eine LTE-Funkstation unter das Schlagwort „Breitbandausbau“ fällt und entsprechend gefördert wird. Sobald sich aber mehrere Nutzer eine solche Zelle teilen müssen, ist es mit der guten Anbindung schnell vorbei. […]

Ebenfalls unklar bleibt, ob die umstrittene Vectoring-Technik in den Genuss staatlicher Förderung kommt. Damit lassen sich zwar bei kurzen Entfernungen von bis zu 500 Metern zum Hauptverteiler beziehungsweise Kabelverzweiger alte Kupferkabel relativ leicht und kostengünstig auf VDSL2-Geschwindigkeiten aufrüsten, allerdings kann dann nur ein Netzbetreiber gleichzeitig das Gebiet mit hohen Bandbreiten versorgen. […]

— netzpolitik.org: Bundesregierung will Breitbandausbau zur Hälfte bezahlen (31.8.2015)


Große Politik, große Auswirkungen. Ich bin mir sicher: Der Breitbandausbau wird auch in Lügde Thema bleiben.