Der bloggende Sachverarbeiter

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 2 Minuten

Eine alte, gusseiserne
WasserpumpeSteter Tropfen …

Gelegentlich werde ich gefragt, ob ich das denn dürfe – bloggen, über Lügde, über das Rathaus, über die Website der Stadt Lügde; ich, der stinknormale Rathaus-Sachverarbeiter, zu dessen Aufgabenfeld auch die „Betreuung“ der Website luegde.de gehört. – Hm …

Für gewöhnlich antworte ich darauf: Wieso? Es wird doch immer gepredigt: „Wir müssen die Demokratie stärken! Wir müssen die Politik den Bürgern näher bringen!“ Und ich bin Bürger. Und Steuerzahler. Und Wähler. Zugegeben, das ist ein kleines bisschen provokativ.

Das eigentliche Motiv ist jedoch schnell erklärt. Ich bin ein leidenschaftlicher Fan von den Möglichkeiten die sich mit diesem Zeugs, diesem Internetz bieten. Und das bin ich eben nicht nur während meiner Arbeitszeit. Nebenbei: Davon profitiert das Rathaus nicht unerheblich. Also: Mit diesem Blog kann ich aufzeigen, warum wir etwas so und nicht anders gemacht haben, ich kann schildern was wir gelernt haben, und ich kann dokumentieren, was zudem möglich wäre.

Gleichwohl habe ich mir dafür auch schon einige (bislang noch verdeckte) Kritiken anhören müssen. Nicht viel. Aber nicht schön – für mich jetzt.

Die Situation hat aber einen Vorteil: Sie zwingt mich, die Contenance zu wahren. Nachteil: Mitunter werden dadurch einige Texte nebulöser, oder es fehlt ihnen an Verve und Esprit. Doch ich arbeite daran – also Bescheidenheit und Witz unter einen Hut zu bringen.

Heute aber bin ich mal nicht demütig. Kürzlich schrieb Thomas Knüwer einen Artikel, der sich genau mit diesem Punkt auseinandersetzt: „Privat halte ich mich eher mit den Internet zurück“.

[…] Oder stellen Sie sich vor, ein Modedesigner erklärte: “Privat ist mir eigentlich egal, was ich anziehe. Ich geh halt zu Takko und kaufe, was gerade rumliegt.”

Auch der Chefkoch ist ein gutes Beispiel, der in einem gehobenen Restaurant arbeitet, nochalant aber einwirft: “In meiner Freizeit achte ich nicht so sehr darauf, was ich esse. Frittenbude oder McDonald’s reichen.”

An diesen […] Personen würden Sie vermutlich zweifeln. Dass ein Liegenschaftsbeamter sich in seiner freien Zeit nicht in Akten und Registern suhlt – klar. Doch gibt es eben Berufe, bei denen wir ein gewisses Maß an Leidenschaft erwarten (dürfen), ein Augenoffenhalten, ein Mitdenken und -fühlen. […]

Deshalb schlägt mein Kopf auf die Tischkante, wenn der Digitalverantwortliche eines Unternehmens öffentlich erklärt: “Privat mach ich nicht so viel im Internet.” Das passiert erschreckenderweise nicht gerade selten.[…]

— Thomas Knüwer: „Privat halte ich mich eher mit den Internet zurück“ unter: indiskretionehrensachen.de

Und Ihr könnt sicherlich nachvollziehen, warum ich nicht dazu beitragen will, dass immer mehr Leute mit einer Beule an der Stirn rumlaufen.