Denn ich glaube an Dich

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Blick durch ein Rohr in den
WaldFocussiert. Nur ein Teil des Ganzen.

Zu den schönsten „Weihnachtsliedern“ gehört für mich ein Stück von Bob Dylan: „I believe in you“. Stimmt, das habe ich hier schon einmal verzählt.

They show me to the door
They say don’t come back no more
‘Cause I don’t be like they’d like me to
And I, I walk out on my own
A thousand miles from home
But I don’t feel alone
‘Cause I believe in you

— Bob Dylan, Textpassage aus dem Lied „I believe in you

Als mir meine Küchenbeschallung gestern Morgen das Lied als akustischen Brotaufstrich darbot, ging mir unwillkürlich eine Frage durch den Kopf, über die ich mir bislang keine Gedanken gemacht hatte. „Denn ich glaube an Dich“, singt Bob Dylan da. Wen meint Bob Dylan? An wen glaubt Bob Dylan? Und wenn Sinéad O’Connor das Lied singt? An wen denkt sie dann? An wen glaubt sie? – Und was denkst Du? ‘Cause I believe in you, wer ist damit gemeint?

Wie gesagt, ich habe mir die Frage bislang nie gestellt. Für mich war klar, damit ist Gott gemeint. Ich bin Christ. Was aber ist, wenn „Andersgläubige“ (ich mag das Wort nicht, mir fällt aber gerade kein besseres ein) das Lied hören? Sie werden mir vermutlich eine andere Antwort geben.

Mag sein, das ist ganz normal. Es ist auch nur ein kleines Beispiel. Aber es wurde mir bewusst, das ist eine der Fallen, in denen ich schon so oft festgesessen bin. Bei allem was ich bewerte, gehe ich immer von mir aus: „So ist das!“ Aber selbst wenn das für mich so richtig ist, muss es das für andere nicht auch sein. Sie denken anders. Und für sie ist das richtig.

They say don’t come back no more
‘Cause I don’t be like they’d like me to

— Bob Dylan, Textpassage aus dem Lied „I believe in you

Richtig ist, wenn beides richtig sein darf. Grundsätzlich jedenfalls.


Ich wünsche Euch einen schönen Heiligabend.

Und weil ich gerade bei Bob Dylan bin. Kennt Ihr das Stück „With God On Our Side“? Hier gesungen von Aaron Neville.