Das ist Fakt!

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BaumstumpfEin Baumstumpf ist nicht nutzlos. Er ist Futterkrippe für Würmer und Vögel.

Warum ständig etwas schreiben, was schon gelaufen ist? Warum über Bücher schreiben, die ich schon gelesen habe? Heute also drei Bücher, die ich im Lesen begriffen bin.

Kürzlich durfte ich eine Schulung zum Thema „professionelle Webanalyse“ besuchen. Sie trug das Motto „Wissen statt Glauben“. Nun, Websites gehören zu den klassischen Themen wie Kindererziehung, Fußball und so weiter. Jeder weiß wie das geht. Und jeder glaubt dazu professionelle Beiträge beisteuern zu können. Glaubt …

Es gibt Werkzeuge, Software, mit denen ziemlich genau gemessen werden kann, ob eine Website bei den Besucherinnen und Besuchern ankommt oder nicht. Das und viel mehr lässt sich mit diesen tools „erschreckend“ detailliert feststellen. Nicht umsonst werden Datenschützer bei derartigen Softwareprodukten sehr hellhörig. Aber die Web-Analytics-Werkzeuge lassen sich auch durchaus datenschutzkonform einsetzen.

Solche Programme bewerfen dich mit Unmengen von Zahlen und Statistiken. Daraus müssen dann „nur“ noch die richtigen Schlüsse gezogen werden. Und das ist die Krux. Wie sind die Zahlen zustande gekommen? Was habe ich dazu eingestellt? Und wie sind die Statistiken zu deuten?

Zu diesem Thema gab es in dem Seminar Buchempfehlungen. Zwei Bücher habe ich mir gleich mal geordert:

So lügt man mit Statistik“ von Walter Krämer, und „Der Hund der Eier legt“ mit dem Untertitel „Erkennen von Fehlinformationen durch Querdenken“ von Hans-Hermann Dubben und Hans-Peter Beck-Bornholdt.

Da ich mal wieder mehrere Bücher parallel lese, und es im Netz so viele interessante Artikel zu lesen gibt, bin ich noch nicht so weit gekommen, dass ich Euch schon erste Erkenntnisse preisgeben kann. Ein paar Gedanken zu dem Seminar und zu dem bislang in dem Buch „So lügt man mit Statistik“ gelesenem, kann ich jedoch schon schreiben:

Das Thema Webanalyse ist ein sehr spannendes und aufschlussreiches. Obwohl ich mich immer davor gewunden habe, überlege ich, auch hier eine solche Software zu installieren.

Zahlen und Statistiken werden mitunter unglaublich vielfältig interpretiert – oder eben „nur“ falsch. Das zu durchschauen ist oft schwer, oder nicht möglich, weil die Hintergrundinfos dazu fehlen. Doch wie oft machen wir uns im Alltag die Mühe einer Statistik auf den Zahn zu fühlen? Und wie oft sitzen wir dann einem gewaltigem Trugschluss auf?

In jüngster Zeit habe ich in meinem Umfeld auffällig oft die Aussage: „Das ist Fakt!“ gehört – selbstverfreilicht auch im Zusammenhang mit Websites. Woraufhin sich manchmal Dialoge ähnlich wie dieser entwickelten:

»Du möchtest damit sagen, das ist deine Meinung.« »Nein! Das ist Fakt! Denn so denke nicht nur ich. Frag doch mal die Leute!« »Ich vermute, dass du damit Menschen meinst, die deiner Filterblase entsprechen, oder?«

Das ist das Problem mit der eigenen Filterblase. Diese Woche habe ich einen Artikel gelesen, den ich leider gerade nicht finde. Darin wurde anschaulich erklärt, dass es nahezu unmöglich ist sich davon zu befreien. Argumente, die die eigene Meinung stützen bestärken sie, gute Gegenargumente werden schlicht ignoriert. Und so filtere ich auch Summen und Statistiken – wenn ich nicht über meinen Schatten springen kann.

Ich habe jüngst für solche „Fakten“ einen Namen kreiert: individuelle Fakten. – Belege: Siehe meine Filterblase!

Und zum Schluss noch ein Tweet, den ich heute Morgen in meiner Twitter-Timeline hatte. Ich denke, der passt genial zum Thema.


PS: Stimmt, oben habe ich von drei Büchern geredet. Vom dritten Buch später auf diesem Sender.