Wie haben die Grünen in NRW luegde.de bewertet?

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 4 Minuten

„Welche Kommune hat das beste Angebot im Netz?“ haben sich die Grünen in NRW gefragt, und einen Online-Check gestartet. Wie ich gestern schon verzählt habe, ist die Website der Stadt Lügde, luegde.de, dabei nicht gut weggekommen. Das ist mir latürnich nicht semmelegal. Also habe ich gestern Matthi Bolte MdL, Sprecher für Netzpolitik, gebeten, mir – bezogen auf luegde.de – Details zu der Auswertung zukommen zu lassen. Das hat er umgehend gemacht. Dafür noch mal an dieser Stelle: Vielen Dank Herr Bolte!

Einleitend erklärte mir Matthi Bolte:

Wir haben unseren Online- Check bewusst nicht als “Naming and Shaming” angelegt, sondern wollen vor allem positive Beispiele benennen. Dennoch gehört es natürlich zur Transparenz dazu, die Ergebnisse vollständig zu veröffentlichen, d.h. auch die Kommunen, die im Test schlechter abschneiden. Auf der Seite http://gruene-fraktion-nrw.de/online-check finden Sie unter “Gesamtergebnis” auch die Einzelwertungen. Wir sind insgesamt so vorgegangen, dass die Kreisstädte und Kreisfreien Städte von externen Experten gecheckt wurden, die Seiten aller anderen Gemeinden durch die jeweils lokal zuständigen Abgeordneten. Der Testzeitraum lag in den vergangenen zwei Wochen. Ich selbst habe luegde.de nicht getestet […]

Matthi Bolte MdL in einer E-Mail vom 5.4.2014

Seine Erläuterungen zum Testergebnis von luegde.de habe ich bürokratisch (wie ich zuweilen sein kann) gegliedert, um später auf die einzelnen Punkte gezielter eingehen zu können, und um sie gegebenenfalls besser abarbeiten zu können.

1. E-Government

(a) 3 Punkte habe luegde.de für das Ratsinformationssystem, und 1 Punkt für den freien Zugang dorthin erhalten.

(b) Weitere 6 Punkte hätte es für Online-Services gegeben. Das unter den Dienstleistungen ein Kontaktformular und der Adressexport angeboten wird, hält Matthi Bolte für einen „interessanten ersten Schritt“ und empfiehlt, noch weitere Services einzurichten, wie beispielsweise die Bestellung von Urkunden (wie in Olpe) oder auch Angebote wie in Emsdetten (Gaststättenerlaubnis und Jagdschein).

© Weitere Punkte seien vergeben worden, wenn intuitiv auffindbare Hinweise auf Services des Kreises vorhanden waren. Als Beispiel nannte Matthi Bolte den „Klassiker“, die Reservierung des KFZ-Wunschkennzeichens. Das, weil nicht jeder Besucher einer Website wisse, ob für solche Dinge der Kreis oder die Gemeinde zuständig ist.

(d) Gefragt hätten die Grünen auch, ob die Kommune eine App hat, berichtete mir Matthi Bolte: „Auch dafür gab es keine Punkte für Lügde.“

2. Beteiligung und offene Verwaltung (Open Government)

(a) Hier sei es den Grünen um Beteiligung und offene Verwaltung gegangen. Sie hätten geprüft, ob es ein transparentes Anliegen-Management gibt. Als Orientierung hätten ihnen dazu die Verfahren in Gelsenkirchen und Bonn gedient. Lügde habe auch keinen einfacheren Mängelmelder wie den in Münster – hingegen andere Kommunen in Lippe schon. Hier seien 5 Punkte möglich gewesen.

(b) 3 Punkte hätte es in dieser Kategorie für einen Online-Bürgerhaushalt gegeben.

© 2 weitere Punkte seien von den Grünen vergeben worden, wenn Hinweise zur Durchführungsweise und Initiierung von Bürgerbegehren vorhanden waren. „Für laufende Online- Beteiligungsverfahren haben wir 1 Punkt vergeben, da nicht jede Kommune zum Testzeitpunkt Beteiligungsverfahren durchführt und bei einer höheren Punktzahl Verzerrungseffekte entstanden wären“, ergänzte Matthi Bolte dazu.

(d) Für die Präsenz der Kommune in sozialen Medien habe es 1 Punkt gegeben. Den habe Lügde für die Facebook-Seite des Lügder Marketing Vereins bekommen.

3. Datenbereitstellung

a) Hier hätten die Grünen die Datenbereitstellung geprüft. Lügde habe in dieser Kategorie 3 von 5 Punkte bekommen.

b) Weitere 2 Punkte hätte ein Open Data Angebot gebracht. „Uns war klar, dass wir nur in wenigen Kommunen diese Punkte für Offene Daten vergeben könnten, aber uns war es wichtig, hierzu die Diskussion anzustoßen“, führte Matthi Bolte zu dieser Kategorie aus.

4. Barrierefreiheit

a) Bis zu 3 Punkte seien bei diesem Thema möglich gewesen. Hier hätten die Grünen positiv bewertet, wenn die Schriftgröße und der Kontrast zu regulieren und eine Sprachausgabefunktion vorhanden ist. Auch bei dieser Kategorie sei es den Grünen wichtig gewesen, auf das Thema aufmerksam zu machen.

b) 1 Punkt sei für mehrsprachige Websites in Ansatz gebracht worden.

c) 3 Punkte weitere Punkte seien für Design, Usability etc. möglich gewesen. Hier habe Lügde 1 Punkt geholt. Matthi Bolte selbst hätte vielleicht 2 Punkte vergeben, schilderte er mir.

Ergänzt am 10.4.2014:

Hier: Meine Antworten zum Online-Check der Grünen in NRW.