Superverein 2015

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Nebel lässt einen Wald nahezu unsichtbar
werdenNebulös

Vor etwa drei Wochen bat mich meine Kollegin: »Kannst du dir mal den Pressetext anschauen? Unser Verein möchte an dem Wettbewerb ‚Superverein 2015‘ teilnehmen. Der Text, also das Bewerbungsschreiben, soll per E-Mail an die Zeitung gesandt werden, die den Wettbewerb austrägt.«

»Habt ihr den Text auf eurer Website veröffentlicht?«, fragte ich sie, nachdem ich ihn mir durchgelesen hatte. »Ich würde das machen. Sinngemäß würde ich schreiben: ›Hallo liebe Leserinnen und Leser, mit dem nachstehenden Text bewerben wir uns für die Teilnahme an dem Wettbewerb ‚Superverein 2015‘. Stimmt für uns, damit wir den Preis von XYZ bekommen und damit ABC reparieren können, kaufen können und so weiter.‹ Der Zeitung brauchst du dann eigentlich nur noch die URL von dem Artikel zusenden.«

»Das können wir tun. Aber das hat noch Zeit. Die Abstimmung auf deren Website beginnt ja erst in ein paar Wochen. Und was sagst du zu dem Text? Ist der okay?« »Der Text ist gut so. Er ist aber meiner Meinung nach nicht so wichtig. Das ist doch eine Abstimmung, oder? Also geht es darum, möglichst viele Leute zu mobilisieren, die für euren Verein stimmen. Dazu musst du in erster Linie eure Vereinsmitglieder, eure Fans, die Leute vor Ort motivieren. Mit dem Text auf der Website der Zeitung kannst du eher Leute erreichen, die euren Verein nicht kennen. Aber das Gros der Stimmen wirst du damit nicht einholen. Die werden ihren Verein wählen. Möglicherweise können aber eure Leute Stimmen generieren. Zum Beispiel, wenn durch die Kommentare auf eurer Website und auf Facebook, wo du die besagte URL selbstverständlich auch hinein pustest, die Begeisterung der Vereinsmitglieder und Fans für den Verein erkennbar wird. Deswegen würde ich keine Zeit verstreichen lassen, die Geschichte, also eure Teilnahme an dem Wettbewerb zu publizieren.«

»Aber bis die Leute abstimmen können, haben sie vergessen dass sie das sollen, wenn wir den Text jetzt schon veröffentlichen«, gab mir meine Kollegin zu bedenken. »Du hast viel weniger Zeit, wenn du erst mit dem Startschuss beginnst, eure Leute zu mobilisieren. Und was hindert dich daran, kurz vor Abstimmungsbeginn einen weiteren Text zu veröffentlichen? Zum Beispiel: ›Leute, denkt daran, übermorgen geht es los. Dann könnt ihr für uns abstimmen …‹«

Warum mit dem Informieren warten? Die eigene Website kennt keinen Redaktionsschluss.