PSW Lippe: Antworten von Wibke Brems, MdL

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Ein Wald. Sonnenlicht scheint zwischen den Baumstämmen
hindurch.

Wie ich neulich bereits textete, habe ich Dipl.-Ing. (FH) Wibke Brems, MdL, Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik, von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag NRW gebeten, mir einige Fragen zum geplanten Pumpspeicherwerk Lippe in Lügde zu beantworten. Vor zwei Tagen habe ich ihre Antwort erhalten.

Doch zunächst noch mal meine an sie gerichteten Fragen vom 12. Januar 2014:

  • Ist mit dieser Aussage auch das geplante Pumpspeicherwerk Lippe gemeint?
  • Wie, beziehungsweise durch wen ist das Pumpspeicherwerk Lippe auf die Agenda des Koalitionsvertrages gekommen?
  • Seit wann ist das Pumpspeicherwerk Lippe Thema bei den Grünen in NRW?
  • Wie stehen die Grünen zum Pumpspeicherwerk in Lippe?
  • Die Natur, die Landschaft, die Berge sind nahezu die einzigen Asse mit denen wir hier punkten können. Wer hilft, wenn dem Unternehmen mitten in der Bauphase die „Puste“ ausgeht, wenn wir hier eine riesige, weithin sichtbare Bauruine stehen haben?
  • Wer hilft, wenn das Pumpspeicherwerk zwar fertiggestellt werden kann, sich aber nicht rentiert? Dann haben wir eine noch größere Bauruine.
  • Was sagen Sie in diesem Kontext zu der Aussage des PSW-Lippe-Prokuristen: „Umweltrecht ist kein Verhinderungsrecht“?

Hier nun die Antwort von Wibke Brems, Mitglied des Landtags NRW, vom 14. Februar 2014:

Ich kann verstehen, dass es bei der Planung eines Großprojektes, wie es Pumpspeicherkraftwerke sind, Fragen gibt, die besonders auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort betreffen. Denn es geht bei der Planung und Umsetzung von Pumpspeicherkraftwerken auch immer um einen Eingriff in die Natur, bei dem alle Interessen genau abgewogen werden müssen. Deshalb ist es wichtig, dass bei solchen Großprojekten immer auch Natur- und Umweltschutz beachtet werden. Es gilt nicht nur Arten, sondern die Landschaft und ihren Charakter zu bewahren. Nicht nur im Interesse der Natur und Umwelt, insbesondere auch im Interesse der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, deren berechtigte Sorgen frühzeitig aufgenommen werden müssen. Dass Sie Ihre Bedenken so deutlich äußern, kann ich nur begrüßen, diese Bedenken müssen von Anfang an ernstgenommen und in allen Phasen des Projekts beherzigt werden.

Die von Ihnen angesprochenen und im Koalitionsvertrag erwähnten möglichen Pumpspeicherprojekte in der Eifel und im Weserbergland waren bzw. sind Projektplanungen der Firma Trianel.

Jede Art der Energieversorgung bringt einen Eingriff in die Natur mit sich. Die Erneuerbaren Energien sind dabei nicht nur am ressourcenschonendsten sondern auch klimafreundlich. Uns ist es wichtig, dass die Energiewende nachhaltig und unter Berücksichtigung von Arten-, Natur- und Umweltschutz weiter voranschreitet. Um eine Vollversorgung des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu erreichen, brauchen wir

  • ein umfassendes Lastmanagement, das zeitlich flexiblen Stromverbrauch zu Zeiten verschiebt, zu denen besonders viel Erneuerbarer Strom zur Verfügung steht, denn dies reduziert die Notwendigkeit der Zwischenspeicherung von Strom;
  • ein gutes Netz, das dafür sorgt, dass das ein Ausgleich zwischen Stromerzeugung und –verbrauch in unterschiedlichen Regionen ermöglicht wird, auch dies reduziert die Notwendigkeit der Zwischenspeicherung von Strom;
  • zu guter Letzt brauchen wir aber dennoch Speichertechnologien, die die dann vorhandene Differenz zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleichen können. Im Rahmen dieser Speichertechnologien brauchen wir auch Pumpspeicherkraftwerke, so wie eines bei Ihnen geplant ist. Diese Speichertechnologie darf aber nur im Rahmen des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes realisiert werden, wie ich es oben kurz angerissen habe.

Die Planungen für das Pumpspeicherkraftwerk Lippe stehen noch am Anfang. Viele der von Ihnen aufgeworfenen Fragen werden erst im Laufe dieses Verfahren erörtert, so dass ich noch keine konkreten Aussagen zu diesem Projekt treffen kann. Es ist aber klar, dass wir Grünen den Planungsprozess selbstverständlich begleiten und darauf achten werden, dass geltendes Recht - insbesondere Umwelt- und Artenschutzrecht – im Verfahren berücksichtigt wird, wie auch ein Weg gefunden werden muss, der die Eingriffe in den Charakter der Landschaft möglichst gering hält.

Falls Sie weitere Fragen haben oder zusätzliche Informationen benötigen, können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden. Gerne möchte ich Ihnen auch unsere Fraktionsbroschüre zum Thema Energie empfehlen, in der wir versucht haben, die verschiedenen Herausforderungen der Energiewende noch einmal kurz darzustellen. Die Broschüre können Sie unter folgendem Link abrufen: http://gruene-fraktion-nrw.de/fileadmin/user_upload/ltf/Publikationen/Dokumentationen_Broschueren/1307-Broschuere_Energiewende.pdf

Auch noch mal von hier: Vielen Dank Frau Brems für Ihre Antwort!


Zum Foto: Das Mörth – die Wintersonne bringt Licht ins Dunkel. Siehe auch: Fotos vom Mörth.