Kommunikation zwischen Kommunalpolitikern und Verwaltungsleuten

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Zwei illuminierte
Bäume

Zerzaust und entzweit

Stellt Euch bitte mal folgende Situation vor: Im Sitzungssaal eines Rathauses tagt der Ausschuss eines Rates. Weil die Sitzung öffentlich ist, sind nahezu alle Zuschauerplätze besetzt. Dann die Frage eines Kommunalpolitikers an die Verwaltung: „Stimmt das denn überhaupt, was Sie da in der Verwaltungsvorlage geschrieben haben? Papier ist schließlich geduldig.“ Er sagt das in einem ernsten Ton, nicht scherzhaft. Von den Politikern stört sich niemand an der Frage. Auch die Vertreter der Presse werden nicht hellhörig.

Was der Politiker mit seiner Frage zum Ausdruck bringt, ist Misstrauen. Er vertraut den geschriebenen Worten der Verwaltung nicht. Möglicherweise glaubt er sogar, die Verwaltung würde ihn belügen.

Vielleicht denken auch von Euch jetzt einige: Politiker haben doch das Recht nachzufragen. Stimmt.

Aber nun stellt Euch mal vor, ich, ein Rathaus-Sachverarbeiter, würde einem Ratsmitglied die gleiche Frage in einer öffentlichen Sitzung stellen, in der die Besuchersitze bis auf den letzten Platz gefüllt sind: „Stimmt das denn, was Sie da geschrieben haben?“ – Was würden die versammelten Kommunalpolitiker dann sagen? Und würden dann die Vertreter der Presse hellhörig.

Oder stellt Euch vor, ich würde in dieser Sitzung die Vertreter der Lokalpresse fragen: „Sagen Sie mal, stimmt das eigentlich, was Sie da so schreiben? Papier ist ja schließlich geduldig.“ – Wie würden die Vertreter der Lokalzeitungen reagieren? Würden sie darüber berichten? Ich bin mir ziemlich sicher: sie würden.

Rathaus-Bashing kann man normal finden – muss man aber nicht.


Die einleitende Geschichte habe ich nicht konstruiert, sie ist mir zugetragen worden. Ich habe sie mit meinen Worten wiedergegeben. Auch diesen Betrag habe ich für die Reihe: „Wer ist das: Die Stadt?“, geschrieben.